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Sticklinux

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Eingeordnet in: Computer

Auf Grund der Flexibilität von Linux ist es gar kein Problem, das System auf USB-Sticks zu installieren. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile.

Ich sehe gleich mehrere Vorteile:

  • zum einen hat man wenig Speicherplatz. Das mag auf den ersten Blick abstrus wirken, aber dies macht ein Sticklinux prädestiniert für exponierte Systeme wie z. B. Firewalls. Denn sollte das
    System kompromittiert werden, findet man nicht 250 GB "Kinderfilme" auf der Festplatte
  • der geringe Speicherplatz hat den weiteren Vorteil, dass das System einfach und schnell zu sichern ist. Einfach mit dd auf einem anderen Rechner in eine Datei schreiben und im Falle eines F
    alles kauft man einen neuen Stick und hat schnell wieder ein funktionsfähiges System
  • ebenso kann man im Schadensfall den Stick abziehen und an eine neue Maschine anschliessen, oder ihn selbst tauschen
  • man kann das System leicht von den Daten trennen. Sicherlich, man kann partitionieren, aber das erweist sich oft als unflexibel, oder man verwendet LVM, was nicht unbedingt trivial ist. Wen
    n man die Speicherkapazität von z. B. einem Fileserver erweitern will, baut man neue Platten rein, kopiert die Daten und ist ohne Neuinstallation fertig
  • man kann sich Linux zum testen oder für spezielle Anwendungen installieren, ohne das Hauptsystem eines Rechners anfassen zu müssen
  • das System ist sehr mobil, man kann den Stick einfach mitnehmen und an einem anderen Rechner davon booten und hat dort seine Umgebung. Auf diese Weise muss man sich auch weniger Sorgen mach
    en, ob das System des Rechners kompromittiert ist

Von Nachteil kann der geringe Speicherplatz sein (je nach Anwendung). Problematisch sind auch zu geringe Schreib/Leseraten. Ab 4/16 MB pro Sekunde ist bei nicht datenintensiven Anwendungen w
enig zu spüren. Drunter stockt teils sogar die Autovervollständigung der Bash. Aber andererseits, überlegt euch, mit was wir früher gearbeitet haben.

Das gewichtigste Problem ist die Haltbarkeit. Hier sind meine Erfahrungen extrem unterschiedlich. Schlussendlich eignet sich die Lösung eher nicht, wenn man ein Hochverfügbarkeitssystem brau
cht. Sticks fallen unmittelbar aus, und gespiegeltes RAID ist zwar möglich, empfielt sich aber nicht. Ich vermute, dass das RAID die Flash-Speicher noch schneller kaputt schreibt.
Unterschiedlich sind meine Erfahrungen insofern, als dass ich jahrelangen klaglosen Dauerbetrieb ebenso beobachten konnte wie Ausfälle nach wenigen Monaten bis hin sogar zu Tagen. Ich kann d
abei nicht mal mit dem Finger auf einen Hersteller zeigen, da ein sehr zuverlässiger Stick ebenso von einem bestimmten Hersteller kam wie gleich mehrere Sticks, die vorzeitig den Geist aufga
ben. Dabei kann ich nicht mal eine Korrelation zwischen aktiveren und weniger aktiven (hinsichtlich des Schreibens) Systemen ziehen. Wärme könnte auch eine Rolle bei der Haltbarkeit spielen,
ziemlich sicher sogar. Elektronik reagiert nun mal empfindlich darauf.
Bedacht werden sollte jedoch noch eines: ein USB-Stick ist schnell abgezogen und verschwindet ausser Haus. Er kann auch leicht abgezogen, kopiert und wieder eingesteckt werden. Allerdings is
t man immer erledigt, sobald ein Angreifer physischen Zugang hat.

Auf wichtigeren Systemen kann es dennoch eine Empfehlung sein, das System an sich auf einer recht kleinen Partition zu installieren, die man einfacher wegsichern oder übertragen kann. Für mi
ch wäre es ansonsten wünschenswert, dass es auf Langlebigkeit optimierte USB-Sticks gäbe, aber auf Grund des eher kleinen Marktes dürfte das ein Traum bleiben.

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