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Oblivion vs. Skyrim

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Eingeordnet in: Computerspiel, Weblog

Ich habe mir kürzlich Skyrim gekauft und kann eine gewisse Enttäuschung nicht verhehlen. Sicher, das Spiel ist gut, und vor allem die Eröffnungssequenz klingt nach. Die erste Enttäuschung kam aber, als ich wieder versuchte, eine mir bekannte Person nachzubauen; mit Oblivion hatte ich sie recht gut eingefangen und hernach besonderen Spass gehabt, als "sie" zu spielen, die sich vermutlich jeden Tag fragen würde, warum nicht jemand anderes die Welt retten kann.

Ansonsten sind mir weitere Unterschiede aufgefallen:

  • Die Grafik scheint nicht durchschlagend besser zu sein als bei Oblivion. Vielleicht verklärt die Zeit hier einiges, aber Skyrim sieht definitiv nicht wie der fünf Jahre später erschienene Nachfolger aus. Der Sprung ist jedenfalls bei weitem nicht so, wie von Morrowind zu Oblivion.
  • Die Welt scheint grösser zu sein, das ist ein Pluspunkt. Letzlich bin ich gerne bereit, Grafikdetails zugunsten einer offeneren Welt zu tauschen, da ich das Zonensystem von Spielen wie Drakensang oder Dragon Age nicht leiden mag. Ganz ohne Übergänge wie bei etwa Gothic kommt Skyrim leider nicht aus, aber das war bei den Vorgängern auch schon so.
  • was mir wirklich fehlt sind die detaillierten Gesichter von Oblivion. Hier erinnere ich mich noch gerne an eine Szene, in der man bei einer Khajiit der Diebesgilde das Angebot bekam, sein Fahndungsregister löschen zu lassen; lehnte man ab, legte sie die Ohren an, guckte traurig und sagte: "Ich hoffe, der Jäger mag den Käfig".
    Das hatte damals bei mir nachhaltigen Eindruck gemacht.
  • Oblivion hatte einige wirklich abgefahrene Szenarien, wie etwa die Quest im Inneren eines Gemäldes. Allerdings erinnere ich mich daran, dass Oblivion bisweilen langatmig war, vor allem die Quests im namensgebenden Oblivion selbst gingen mir bisweilen heftig auf den Keks
  • Oblivion war in Summe schlecht ausbalanciert, da die Gegner allesamt mitskalierten. Eine Ratte konnte also auch einem Level 20-Charakter gefährlich werden, Berglöwen sowieso. Ich hatte damals einen Patch benutzt, der die Level fest gelegt hatte, auf diese Weise wurde das Spiel berechenbarer.
    Skyrim scheint beides zu haben: einerseits mitskalierende und andererseits statische Gegner. Das hat dann bisweilen den Effekt, dass man sich leicht durch einige Quests durchhackt und dann an den totalen Supergegnern hängen bleibt. Das ist etwas ungünstig gelöst.
  • Was eine deutliche Verbesserung ist, ist das vereinfachte Charaktersystem. Die Stärke der Elder Scrolls-Spiele war von jeher, dass immer die Fähigkeit erhöht wurde, die man extensiv benutzt hat. Hier gab es jedoch den Nachteil, dass man bestimmte Klassenfähigkeiten hatte, die zu leveln das Spiel mit einem schnelleren Stufenaufstieg belohnt hat. Etwas schwierig zu handhaben war aber, dass der Stufenaufstieg unterschiedlich schnell erfolgte, abhängig davon, ob man Kernfähigkeiten der Klasse hochzog oder nicht.
    Gestrichen wurde leider (?) der Skill "Athletik", den man im Vorgänger durch wildes Bunny Hopping leveln konnte.
  • Die Gildenquests sind deutlich reduziert worden. Konnte man sich im Vorgänger noch an mehreren Standorten bewähren, gibt es jetzt nur jeweils eine Filiale pro Gilde. Interessant ist jedoch der Bürgerkrieg um Skyrim, der einige grössere Schlachten mit sich bringt.
  • Neu ist meiner Wahrnehmung nach die Schmiedefähigkeit; ich nutze derlei Skills recht selten. Skyrim hat allerdings den Vorteil, dass man das hemmungsloser tun kann als in anderen Rollenspielen, in denen man die Talentpunkte eher für Kampffähigkeiten aufheben muss. In Skyrim kann man sich theoretisch zu einem Übermenschen hochleveln, der alles beherrscht, weil die Skills untereinander nicht kannibalisieren. Man muss halt Zeit mitbringen.
  • Oblivion war in Sachen Farbgestaltung völlig überzogen. Das lag zum einen daran, dass damals die HDR-Effekte gerade erst aufgekommen und deswegen weitgehend ohne Sinn und Verstand eingesetzt wurden, ich habe mich damals auch dazu geäussert. Zum anderen hatte man aber auch in Teilen völlig unrealistische Farben gewählt, so dass regelmässig irgendwo lila oder pink auf irgendwelche Flächen schien. Skyrim wählt konsequent eine Farbpalette, die das ganze Spiel nach einem langweiligen deutschen Regensonntag ausschauen lässt und daher die karge Landschaft betont.
  • einhellig gepriesen wurde das Wasser. Man friert schon vom hingucken, was mich nicht daran hindert, meine arme Spielfigur durch offenkundig eiskalte Gebirgsbäche waten zu lassen.

Ansonsten habe ich bei Skyrim von vorneherein Wert auf die Schleichfertigkeiten gelegt und mich daher frühzeitig an den Hals der Diebesgilde und der Dunklen Bruderschaft geschmissen. Es hat etwas, ungesehen durch alle Dungeons zu schleichen und Gegner mit sechsfachem Schaden zu meucheln. Es ist jedenfalls sehr Zeit sparend.

Zum Schluss noch etwas zur Lokalisierung. Die ist sehr weitreichend, bis dahin, das Skyrim "Himmelsrand" heisst. Das ist mir eigentlich nur eben bei Himmelsrand aufgefallen, ansonsten sind Städtenamen wie Weisslauf harmonisch übersetzt. Das mag auch daran liegen, dass die deutschen Namen bei einem allgemein "nordischen" Setting mit Namen wie Ulfrik nicht weiter auffallen. Ich finde es in Summe gelungen, so wie ich letzlich das ganze Spiel in Summe gelungen finde. Meine "Immersion" war bei Oblivion allerdings höher.

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Noch ein Pluspunkt für Skyrim
Ramzamzam15.12.2011 10:21:29
Sie haben dieses unsägliche Lockpicking-Minigame aus Oblivion durch das von Fallout 3 ersetzt. Da auch ich meist als Dieb spiele kommt mir das natürlich sehr entgegen.

Btw: Das oben erwähnte Fallout 3 (nicht New Vegas) ist mMn das bisher beste Bethesda-RPG. Wem das Retro-Futuristische Szenario zusagt sollte es sich definitiv mal anschauen. Dann aber bitte nur auf Englisch, da in Deutschland geschnitten.