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Die Internetzucht

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Dieser Blogeintrag von xkcd.com beschreibt recht gut ein Problem, das vielen bekannt sein dürfte: die ablenkende Macht des Internets. Ich selbst kenne es auch - ich arbeite an einem Projekt, und andauernd ist da diese Versuchung, mal eben bei Spiegel Online nach den Nachrichten zu sehen, oder ein paar Forenbeiträge bei heise zu schreiben, oder in der Wikipedia etwas zu recherchieren und am Ende bei völlig abstrusen, aber interessanten Themen zu landen.
Die im Text angebotene Erklärung für dieses Verhalten teile ich: auf einer Newsseite nachzuschauen, hat eine kleine "Belohnung" zur Folge. Das Internet ist damit eine sehr potente Droge: wenngleich die Wirkung an sich eher schwach ist, entfaltet sie ihre Wirkung dadurch, dass sie quasi nie leer wird und leicht zu erreichen ist. Ein passender Vergleich wäre etwa eine nie enden wollende Schüssel voller Süssigkeiten direkt am Schreibtisch. Schlimmer noch: der Süssigkeiten wäre man früher oder später überdrüssig, spätestens, nachdem man sich den Magen verdorben hätte.

Zwischendurch war mal mein Internetzugang ausgefallen, und das brachte mich dazu, meine Internetgewohnheiten zu überdenken. Tatsächlich hatte ich den im Text vorgeschlagenen Ansatz, stets den Rechner neu zu starten, bereits versucht, er erwies sich aber im Alltag als wenig praktikabel. Einerseits zu umständlich, andererseits zu leicht zu umgehen.
Als nächstes habe ich mir dann einen Proxy (Squid) installiert und meine Internetzeit auf einen festen Zeitraum pro Tag begrenzt. Damit hatte ich zwar zwei Probleme aus der Welt geschafft, nämlich mich als Automatismus direkt nach der Arbeit vor die Kiste zu klemmen und abends zu lange auf zu bleiben, doch letzlich erschien mir die Zeitbegrenzung zu unflexibel. Denn einerseits hatte ich das Internet nicht dann, wenn ich es wollte, andererseits "musste" ich es nutzen, wenn es an war.
Squid an sich ist allerdings schon ein probates Mittel, um das Ablenkungsproblem in den Griff zu bekommen: selbst eine reine, leicht deaktivierbare Sperre erhöht die Hürde, "mal eben" auf eine Newsseite zu gehen: schliesslich muss man immerhin den Squid umkonfigurieren. Damit ist die Hürde, mal eben eine Newsseite aufzusuchen, höher als einfach das begonnene Projekt weiterzumachen, bis ich wirklich keine Lust mehr darauf habe und eine sinnvolle Pause benötige.

Ich bin dann einen Schritt weitergegangen: ich wollte ja die gesamte Internetzeit begrenzen. Ich habe mir dann einfach eine Todo-Liste programmiert, die mit dem Squid verbunden ist: für jeden erledigten Eintrag gibt es Internetzeit. Damit habe ich gleich eine zweite Schwäche von mir in den Griff bekommen, den Hang zum Chaos und zur Aufschieberitis. Jetzt, da wesentliche Tätigkeiten mit Internetzeit belohnt werden, gibt es einen guten Anreiz, eine Aufgabe heute und nicht erst "morgen" zu erledigen.

Für diejenigen, die sich nicht mal eben ein eigenes Squid-Modul programmieren wollen, bleibt noch die Möglichkeit, etwa am Router eine manuelle Ein- und Auswahl vorzunehmen, was ja meist möglich ist. Die Hürde, sich dort auf der Oberfläche einzuloggen und die Anwahl vorzunehmen, dürfte zumindest das Ablenkungsproblem mindern.

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