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Blick in den Abgrund

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Am Wochenende war der Atomunfall von Fukushima als "INES 4" eingestuft worden. Mittlerweile sind wir bei INES 6 bis 7, wobei unter INES 7 in der Wikipedia nur ein Präzedenzfall gelistet wird: Tschernobyl.

Damit ist klar, dass wir an der Kippe stehen zu einer Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes, die in der Menschheitsgeschichte ihres gleichen suchen wird. Es ist der Blick in den Abgrund, wenn man sich vorstellt, dass eine flächige Kontamination wie in Tschernobyl auf ein dicht besiedeltes Land mit 130 Millionen Einwohnern trifft. Es bedarf nicht sonderlich viel Fantasie, um sich die Folgen bildlich vorzustellen, und so beschäftigte das Thema letzlich alle meine Kollegen. Selbst jene, die ich als hoffnungslose, konservative Schönfärber abgetan habe oder die sich auf ihre politische Apathie noch etwas eingebildet haben, lassen einen Newsticker mit der Überschrift Fukushima auf ihren Rechnern laufen. Man tauscht sich darüber aus, wie es "damals" war, als man die Schuhe vor der Haustür ausziehen sollte. Der Name Gudrun Pausewang fällt und dazu Geschichten, wie man nach "Die Wolke" oder "Die letzten Kinder von Schevenborn" nächtelang nicht mehr ruhig schlafen konnte.

Wirkliches Entsetzen packt mich aber, als ich Merkel bei der Pressekonferenz sehe: anders als Mappus weiss sie, um was es geht. Und es ist anzunehmen, dass sie noch Zugriff auf weitergehende Informationen der Geheimdienste hat, und dass sie auch weiss, was alles in unseren Ministerien über deutsche Atomkraftwerke lagert. Ich spüre einen Konflikt an Merkel; auf der einen Seite die konservative Bundeskanzlerin Merkel, die eine Parteilinie zu vertreten hat, die an Wahlen und an die Wirtschaft denkt. Auf der anderen Seite der Mensch Merkel, der in den gleichen Abgrund geschaut hat. Es ist naheliegend, Merkel zu unterstellen, dass sie aus wahlkampftaktischem Kalkül handelt. Sicherlich tut sie das auch, aber ich komme nicht umhin zu glauben, dass auch sie das Ensetzen im Angesicht eines INES 6 bis 7 inmitten von Deutschland gepackt hat, wohl wissend, dass dies das Todesurteil nicht nur für zehntausende von Menschen, sondern für ein ganzes Land als etablierte Macht bedeutet. Das ist in der Tat ein Schrecken, der über jeden Wahlkampf hinausgeht.

Seltsam fremd klingt dann die Hauptsorge Bouffiers um die Arbeitsplätze in den von der Abschaltung betroffenen Werken.

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