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Ausspionierte Kanzlerin

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Jetzt auf einmal ist die NSA-Affäre ein Drama, hat sie doch Unser Aller Kanzlerin getroffen. Die Ironie dahinter ist keine Ironie, denn Ironie ist feinsinnig und kommt nicht mit dem Holzhammer.

Andererseits frage ich mich, warum das besonders sein soll. Frau Merkel ist eine Regierungschefin. Regierungen werden vermutlich bespitzelt, seit es Regierungen gibt, und Verbündete ohnehin. Wenn jemand in einer derart exponierten Lage darüber überrascht sein soll, ergeben sich eigentlich nur zwei Möglichkeiten: derjenige täuscht die Öffentlichkeit oder ist naiv.

Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass es weniger schlimm ist, wenn Merkel anstelle des gewöhnlichen Bürgers ausgespäht wird. Denn für Merkel sollte es zum Tagesgeschäft gehören, und sie sollte das Bewusstsein und die Ressourcen haben, sich zu schützen.
Der gewöhnliche Bürger hat beides meist nicht oder nur begrenzt, möchte aber nicht aus was für Gründen auch immer erfasst werden. Der im vorangegangene Artikel Waffen und Zeichentrickfilme beschriebene Fall führt vor Augen, wie schnell sich Big Data-Algorithmen täuschen können.

Ich fürchte leider, dass das Bewusstsein auf vielen Ebenen fehlt, denn dass die EU abgehört wird, war ja auch ein Drama. Herrje, dazu hat man eine Abwehr! Spitzenpolitiker laufen schliesslich auch nicht spätabends ohne Personenschutz durch die übelsten Viertel einer Stadt.

Man kann sich nicht auf No-Spy-Abkommen verlassen oder die vom BDI geforderte "Ächtung von Wirtschaftsspionage". Streumunition, Chemiewaffen, Phosphorbomben sind ebenfalls geächtet, was bestimmte Länder nicht kümmert, sie zu bauen und einzusetzen. Nur dass der Einsatz von Streumunition offensichtlich ist, Spionage meist jedoch nicht. Das ist der Sinn von Spionage.

Her muss einfach ein anderes, echtes Sicherheitsbewusstsein. Da bringen auch in den Raum geworfene Schlagwörter wie "Verschlüsselung" wenig; man benötigt tragfähige Sicherheitskonzepte, die ein ganzes Massnahmenbündel umfassen, passend für das jeweilige Sicherheitsbedürfnis.
Allerdings zeigt sich hier auch eine gewisse, wenngleich nachvollziehbare Doppelzüngigkeit: die deutschen Behörden haben davor fröhlich mit den US-Diensten zusammengearbeitet, und sie haben vermutlich sehr wenig Interesse daran, dass die Deutschen flächig mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung arbeiten. Das dürfte auch der Grund sein, warum sich andere, nicht unbedingt mit den USA verbündete Staaten recht bedeckt halten zu dem Thema, denn wo die USA nuckeln, nuckeln mit ziemlicher Sicherheit auch die Russen und Chinesen.

Dennoch denke ich, dass es wird. Langsam, aber es wird werden. Für die Wirtschaft stehen einfach viel zu viele handfeste Interessen, lies: "Geld", auf dem Spiel, als dass man da dauerhaft de
n Kopf in den Sand stecken kann

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