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Kirche und Konsequenz

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Eingeordnet in: Religion und Philosophie

Wenn sich Leute in meinem Bekanntenkreis über Ratzinger auslassen, zucke ich meist mit den Schultern. Ich bin kein Katholik, was der Papst sagt, muss mich nicht weiter stören. Wenn sich jedoch Katholiken aufregen, präsentiere ich ihnen die Möglichkeit, doch aus der Kirche auszutreten - etwa ganz, oder zu den Alt-Katholiken, oder, oh graus, den Protestanten. Dann hat sich die Sache mit dem Papst auch für sie erledigt.

Aber nein, das geht doch nicht. Die Protestanten können keine Heilige Wandlung vollziehen und überhaupt. Man ist ja irgendwie an das katholische gewöhnt, die anderen sind keine "richtigen" Kirchen. Wenn Ratzinger jetzt noch die Homosexualität, das Kondom und die Abtreibung erlauben würde, wäre alles perfekt. Wobei, moment, manche wollen nur das Kondom, aber nicht die Abtreibung und die Homosexualität, denn beides ist Sünde. Oder nur das Kondom und die Homosexualität, aber nicht die Abtreibung. Inoffiziell dürften die meisten dennoch Kondome und die Pille benutzen, abgetrieben wird auch von Katholikinnen und Gerüchten zufolge soll es sogar einige Homosexuelle unter den Katholiken geben. Einige wenige.

Auch das Zölibat wird angegriffen. Wenn man bei der "Zivilbevölkerung" noch eine gewisse Sorge um das Seelenheil als mildernden Umstand anführen könnte, so wird niemand dazu gezwungen, ein Priester zu werden. Wenn man es aber werden möchte, dann eben zu den Regeln der Kirche. Die Sache mit der Ehelosigkeit steht gewissermaßen in der Stellenbeschreibung.

Dem Papst mache ich bei der ganzen Sache noch die geringsten Vorwürfe. Dem Papst gehört die Kirche nicht, er ist der Institution als solcher verpflichtet. Dass eine jahrhundertealte Institution ihre liebe Mühe mit der europäischen Gegenwart hat, liegt auf der Hand. Doch warum sollte sich die Kirche ändern? Wenn man der Bibel Glauben schenkt, so ist Gott unveränderlich. Seine Gebote würden unverändert für alle Zeiten gelten. Die Kirche kann nicht mal eben Dinge ändern, um ein wenig attraktiver für die heutige Zeit zu werden.

Der Gläubige sollte daraus Konsequenzen ziehen. Er kann in der Kirche bleiben und ihre Regeln befolgen, sofern er das für richtig hält. Er kann die Kirche auch verlassen, wenn er zu dem Schluss kommt, dass sie nicht mehr seinen Lebensrealitäten entspricht. Das ist Freiheit, und die haben wir zum Glück.
Aber viele Menschen wollen natürlich, wie so oft, beides: die Autorität von Mutter Kirche und die Freiheit, ihr Leben selbst zu gestalten, das aber wenn möglich mit päpstlicher Autorisierung. Man möchte ja weiterhin dazugehören.

Ohne diesen Menschenschlag könnte die katholische Kirche vermutlich längst nicht mehr existieren.

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