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Eva Herman vs. die Emanzipation der Frau

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Eingeordnet in: Gesellschaft

Dieser Text ist 7 € wert. Soviel hat mich die aktuelle Ausgabe des Cicero gekostet, in dem Eva Herman "mit der Emanzipation" abrechnet. Meine Replik wollte ich nicht auf die Replik von Spiegel Online gründen, gut möglich, dass ich der armen Frau ja Unrecht tue, wenn ich sie als fundamentalistisch-konservativ einstufe, nur auf der Grundlage einiger Zitate und Äusserungen auf ihrer Webseite von der "Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer".

Wie üblich war ich mal wieder zu vorsichtig: ich hätte sie viel zu sehr geschont, die Realität ist schlimmer.

Frau Herman greift die Emanzipation der Frau recht direkt an, was angesichts der Tatsache, dass sie letzlich selbst eine Karrierefrau ist, etwas unaufrichtig wirkt. Statt dessen spricht sie von der "schöpfungsgewollten Aufteilung" (der Geschlechterrollen), aus der die "intakte Familie" hervorgehen soll. Und all dass, um Deutschland vor dem Kinderschwund zu bewahren.

Ich bin nicht bereit, dieses Opfer zu verlangen. Die Zeiten, in denen es selbstverständlich war, dass sich das Individuum der grösseren Sache unterordnet, unter solch heroische Dinge wie Volk und Vaterland, sind glücklicherweise vorbei. Wenn Menschen Kinder in die Welt setzen möchten, dann bitte, weil sie sich dazu entschieden haben und nicht um ihren wie auch immer gearteten "Schöpfungsauftrag" nachzueifern.

Frau Herman spricht aber auch einen legitimen Punkt an: dass die Emanzipation in Teilen die Frauen nicht befreit, sondern lediglich in andere Rollenbilder gezwängt hat. Da stimme ich ihr zu. Eine klassische Emanze, die in jedem Mann einen Feind sieht, ist genauso wenig emanzipiert wie eine Hausfrau, die halt eine "gute Frau" sein will.
Emanzipation betrifft beide Geschlechter, und sie schlägt sich weniger im Handeln, sondern im Denken nieder. Inwieweit man bereit ist, Rollenbilder zu hinterfragen und nach Belieben auszuleben.

Als Mann bin ich drum auch gar nicht an einer unemanzipierten Frau interessiert. Es mag zwar auf den ersten Blick praktisch sein, eine kostenlose Haushälterin zu haben, doch wünsche ich mir keine Haushälterin, sondern eine echte Partnerin, ein Gegenüber. Was nutzt es mir denn, wenn ich mich mit meiner Frau nicht wirklich austauschen kann, weil sie sowieso der Meinung ist, dass der Mann laut schöpfungsgewollter Ordnung das Haupt der Frau ist und mithin tendenziell sowieso recht hat? Ich möchte keine Partnerschaft haben, nur um ein gesellschaftliches, lies: fremdbestimmtes Ideal der Partnerschaft zu leben, sondern ich möchte eine echte, aufrichtige Beziehung zwischen zwei individuellen Menschen haben.

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