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Eingeordnet in: Gesellschaft

Die letzten Tage hatte ich Realsatire mit einem Webhostingprovider. Bei dem haben wir für ordentliches Geld eine Webseite gehostet. Dazu sollte ich jetzt zwei EU-Domains beantragen: eine als Alias und eine für vermutlich neue Inhalte.

Das war schon nicht so einfach, weil der Provider keine Möglichkeit bot, sie einfach online zu bestellen. Also habe ich den Support angeschrieben und nachgefragt. Der meinte, ich sollte ihnen die gewünschten Domains mit allen Daten zuschicken. Gesagt, getan, und es passierte nichts.

Daraufhin habe ich einige Tage später mit Verweis auf den Vorgang eine dafür gedachte Adresse angeschrieben. Sinngemässer Inhalt:

Bitte beantragen sie mir Domain X und Y und fügen Sie sie zu meinem bestehenden Account unter der Kundennummer Z hinzu.

Dabei habe ich mir nichts weiter gedacht. Schliesslich bietet jeder mir bekannte Provider Pakete mit beliebig vielen Domains an, die ich dann auf Virtual Hosts in meinem Webspace verteilen kann. Allerdings entsponn sich folgender Dialog:

Dürfen wir Ihnen zwei Webmail-Accounts zum Preis von 11 €/Monat einrichten, damit sie von dort aus auf Ihren bestehenden Account weiterleiten können?

Bis dato war sie meinen Fragen geschickt ausgewichen. Anstatt direkt zu sagen, dass eine bestimmte von mir nicht geforderte Leistung nicht angeboten wird, redet sie um den heissen Brei herum. In diesen Momenten beginnen diverse Muskeln meines Körpers gefährlich zu zucken und ich gehe mit mahlenden Zähnen zu einer Kollegin. Ich hole mir öfters jemanden dazu, wenn ich weiss, dass eine rein von mir formulierte Antwort sehr böse ausfallen wird. Derjenige schaut mir dann über die Schulter und rät mir, z. B. "ich werde ihren Kopf abreissen und auf der höchsten Zinne meiner Todesfestung aufspiessen, zur Freude der Krähen" umzuformulieren in "ich werde den Provider wechseln".
Also schrieb ich sinngemäss:

Bitte sagen Sie mir kann ich blah blah blah (alle Domains in einem Paket) haben oder nicht?

Das mag etwas seltsam erscheinen, aber ich hatte wirklich keine Ahnung, ob nur ein Missverständnis vorlag oder nicht. Erschwerend kommt einfach hinzu, dass wie gesagt jeder mir bekannte Provider das anbietet, was ich haben möchte. Daraufhin bekam ich die nächste ausweichende Antwort:

Sie können kostenlos nur zehn .de-Domains haben.

Das beantwortet nicht meine Frage! Dass es nicht kostenlos ist, weiss ich längst! Also habe ich den Support angerufen, in der Absicht, die Frage ein für allemal zu erklären. Der Support wollte mir auch etwas davon erklären, dass ich ja von den anderen Accounts aus Weiterleitungen auf meinen eigentlichen Inhalt machen könnte. DANKE, aber wenn ich so etwas haben möchte, kaufe ich mir eine von diesen legendären de.vu-Adressen, bei denen meine eigentliche Seite in einem Frame angezeigt wird. Also habe ich demjenigen gesagt, was ich will: Ich will in meinem Webspace Virtual Hosts für jede meiner Domains erstellen können, ohne irgendwelche kruden Weiterleitungskonstrukte zu haben. Geht nicht, gut, war nett mit Ihnen gesprochen zu haben.

Die Domains waren leider schon beantragt, sonst hätte ich mir den letzten Schritt gespart und mir einen entsprechenden Account bei 1&1 beantragt.

Kurze Zeit später flattern zwei Registrierungsbestätigungen und zwei Bestellbestätigungen für jeweils einen Webmail-Account, Preis pro Monat 11 € bei 12 Monaten Vertragslaufzeit in meine Inbox - Accounts, die ich wohlweislich nicht beantragt habe. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: ich soll zweimal 11 € PLUS zweimal die Domains bezahlen, um nachher die erwiesenermaßen unprofessionellste Form der Weiterleitung von einer Domain auf Inhalte zu nutzen, und das noch mindestens 12 Monate lang? Und das im Vergleich dazu, dass

  1. bei 1&1 ein reiner Webmail-Account mit EU-Domain ganze 2,48 € pro Monat kostet
  2. ich zu jedem Paket beliebig viele Domains dazu bestellen kann, ohne am Ende X Accounts bezahlen und verwalten zu müssen?

Normalerweise will ich nicht nur nach dem Preis gehen, das ist nicht immer gerechtfertigt. Hier jedoch schon, da 1&1 nicht nur günstiger, sondern besser ist (und ich in 6 Jahren auch nichts negatives in Puncto Sicherheit, Ausfälle erlebt habe).

Dieser Text ist Teil der Serie Geheimnisse des Kapitalismus

Kafkaeske Einkaufserlebnisse
Trockenwasser (Geheimnisse des Kapitalismus, Teil I.)
WLAN (Geheimnisse des Kapitalismus, Teil II.)
Kommunikation mit Firmen
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Konzern mit dissoziativer Persönlichkeitsstörung
JPEG, Digitalkamera
Digitale Spiegelreflex als Grabbelware
Steigerung der Persönlichkeitsstörung
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"Lizenzkauf"

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