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Die Kontrolle über die ICANN

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In den letzten Tagen und Wochen wurde verstärkt ein Thema behandelt, dass schon seit langer Zeit im Raum steht: die Kontrolle der USA über die "Internetbehörde" ICANN und mithin die Root-Zone des Namensauflösungsdienstes DNS. Vertreter anderer Länder fordern, die ICANN unter die Aufsicht der UN zu geben, die USA sperren sich dagegen verständlicherweise.
In meinen Augen ist es jedoch nahezu unproblematisch, dass die USA die Kontrolle nicht abgeben möchten, da der Welt dadurch keine wirklichen Nachteile erwachsen. Die Kontrolle über die ICANN ist aus meiner Sicht keine taktisch zu verwendende Waffe, allenfalls eine strategische, vergleichbar mit dem Nuklearpotential der USA.

Die Root-Zone ist letzte Instanz der Namensauflösung im Internet, also der Zuordnung eines eingängigen Namens wie z. B. www.hadanite-marasek.de zu einer für die Rechner verwendbaren IP-Adresse. Der Namensdienst ist zentral, d. h. jeder in der Hierarchie stehende Nameserver weltweit wird für hadanite-marasek die gleiche IP ausspucken. Daraus ergibt sich die gewichtige Bedeutung des Nameserverdienstes; wäre es z. b. in Australien nicht möglich, meinen Namen aufzulösen, würde meine Webseite für Australier nicht existieren. Ohne einen zentralen Namensdienst wäre das Internet fragmentiert in verschiedene Regionen, von denen in einigen hadanite-marasek.de nicht existiert oder woanders hinverweist, beispielsweise die Webseite meines guten Zwillings Bedanite Marasek.
Daraus ergibt sich auch das potentielle Einsatzszenario der Macht über die ICANN - die USA könnten eine USA-kritische Webseite aus den Nameservern löschen und so den Zugang erschweren. Wohlgemerkt erschweren, da ja noch die IP-Adresse bleibt.

Die Alternative zu dem zentralen Dienst ist oben genannte Fragmentierung. Hier haben wir jetzt eine Art Gleichgewicht des Schreckens; die ICANN hat ihren Machtstatus nur, weil derzeit die Welt der ICANN vertraut, den Nameserverdienst ordentlich zu handhaben und die Nachteile der zentralen Kontrolle weniger schwer wiegen als ihre Vorteile. Sollte aber die ICANN auf Druck der USA sich nicht mehr ordentlich verhalten, wächst die Gefahr der Fragmentierung des Netzes, wenn die nationalen Provider aus dem zentralen DNS ausscheren und ihre eigene Struktur aufbauen. Das hätte gewisse wirtschaftliche Nachteile, aber für alle Seiten. Zudem würden die USA sofort ihre Waffe verlieren und ebenfalls unter den wirtschaftlichen Konsequenzen leiden.

So gesehen ist es also fast überflüssig, sich Gedanken um eine globale Kontrolle der ICANN zu machen oder jetzt schon ausscheren zu wollen. Die USA erhalten ihren Status als zentrale Instanz vor allem deshalb, weil jeder darauf vertraut, dass sie sich benehmen. Benehmen sie sich nicht mehr, d. h. üben ihre Macht wirklich aus, werden sie ihren Status sowieso verlieren und mit unter den Folgen leiden.

Dieser Text ist Teil der Serie DNS

Die Kontrolle über die ICANN
Eine Alternative zu DNS

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