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Greenux

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Eingeordnet in: Politik, Weblog

Die Grünen sind derzeit ja in einem Umfragehoch, das ihnen auch, aber bei weitem nicht nur, Stuttgart 21 beschert hat. Es ist ja auch kein Wunder: hierzulande gibt es ausser den Grünen ja keine Oppositionspartei mehr, nur noch eine, die nicht direkt an der Regierung beteiligt ist. Ihr Name ist mir allerdings entfallen.

Denke ich allerdings an die Grünen, und die Neuwähler, muss ich an Linux denken, da sowohl dieses Betriebssystem als auch die Partei ein und dasselbe Problem haben: die Wähler bzw. die Nutzer. Denn betrachtet man das Motiv vieler Nutzer, Linux zu installieren, so ist es nicht die Sehnsucht nach einem unixoiden Betriebssystem, sondern die Unzufriedenheit mit Windows. Ebenso kann ich nicht bei all den Wählern, die jetzt grün wählen, eine Sehnsucht nach grüner Politik ausmachen, sondern eher die Unzufriedenheit mit der Politik der anderen Parteien. Schlimmer noch: die Unzufriedenheit mit bestimmten Aspekten der Politik anderer Parteien.

Darin liegen sehr grosse Gefahren und Konfliktpotentiale, sowohl für die Partei als auch für das Betriebssystem. In der Linux-Welt zeigt sich schon seit langem ein Konflikt zwischen den althergebrachten Unix-Freaks und den Neukonvertierten. Letztere fluten die Foren mit Anfragen, wo denn unter Linux die Systemsteuerung zu finden sei während letztere der Meinung sind, dass man ausser der bash und den üblichen Unixtools eigentlich nichts weiter auf einem Computer braucht, um damit arbeiten zu können. Dies merkt man dann auch an Kommentaren zu Distributionen wie Ubuntu, die als Frevel und Abkehr von der reinen Lehre zu sehen seien; die den Neukonvertierten aber immer noch nicht ausreicht, da die Systemsteuerung immer noch nicht zu finden ist.

Dementsprechend werden Neuwähler ebenso bei den Grünen eine "harte Linie in der Ausländerpolitik", eine "unternehmensfreundliche Steuerpolitik" oder eine hmm...tut mir leid, ich habe nach all den Jahren vergessen, was typische SPD-Forderungen mal waren. Und umgekehrt werden die grünen "Fundamentalisten" typisch grüne Inhalte verteidigen wollen. Der Konflikt ist ja bereits während rot-grün offen zu Tage getreten, als die Grünen den Kosovo- und Afghanistankrieg mitgetragen haben und die Castor-Transporte selber durchsetzen mussten. Und da hatten sie in Teilen noch den Vorteil, dass sie sich hinter der Rolle als Juniorpartner verstecken konnten. Sollten die Grünen hingegen in den Rang einer Volkspartei aufsteigen, stellt sich ihnen das Problem, dass die Wähler nicht nur Verantwortung, sondern unterschiedliche Positionen einfordern werden.

Greenux am laufen zu halten dürfte in der Tat eine schwere Aufgabe werden.

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