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Lineares Geschichtsverständnis

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Eingeordnet in: Politik, Weblog

Ein wenig Zeitverschwendung muss sein, es geht mir hauptsächlich um einen Fehler, den Sarrazin in meinen Augen macht: er hat offenkundig ein sehr lineares und damit naives Geschichtsverständnis.

In seinem Buch soll eine Aufstellung zu lesen sein, in der er die jetzige Reproduktionsrate von Migranten und Deutschen als Grundlage nimmt und daraus schliesst, dass die Deutschen (im Blutsinne) nach und nach aussterben werden. Das gibt es recht häufig in diesem Umfeld. Nach 120 Jahren sollen dann also 71% Migranten in Deutschland leben.

Wenn man 120 Jahre in die Vergangenheit zurückgeht, zeigt sich, wie völlig haltlos ein derartiges Geschichtsverständnis geht. Denn dann landet man im Jahre 1890. Was kann man von da extrapolieren? Dass das Reich im Jahre 2010 ein Problem mit der Haferversorgung für die Pferde bekommt? Dass die Kohle für die Dampfmaschinen ausgeht? Dass die Monarchen ausgehen? Dass die polnischen Einwanderer im Ruhrgebiet die Deutschen verdrängen?

Nichts davon wurde relevant, nichts davon ist eingetroffen. Deutschland ist mittlerweile eine Republik und erheblich kleiner als früher, und wir sorgen uns um den Öl- und nicht um den Haferpreis.

Wenn ich ins Jahr 2130 blicke, dann sind moslemische Migranten ehrlich gesagt meine geringste Sorge. Wenn ich davon ausgehe, dass sich die Menschheit relativ unbehelligt fortentwickelt - also wir nicht durch einen Krieg oder eine Katastrophe weit zurückgeworfen werden - sehe ich gar kein Deutschland mehr im Jahre 2130, da ich davon ausgehe, dass die Territorialstaaten zerfallen werden. Denn die Informationstechnologie hat in den letzten 20 Jahren bereits gewaltige Veränderungen verursacht und wird dies in einem noch stärkeren Ausmaß weiterhin tun. Ich glaube nicht mal, dass eine der zeitgenössischen Glaubensrichtungen diese Änderungen überleben wird.

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