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Thilo Sarrazin

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Eingeordnet in: Politik, Weblog

Die Ereignisse der Zeit bringen es mit sich, dass ich vielfach auf meine Meinung zu einem gewissen Herrn 'Thilo Sarrazin' angesprochen werde. Am besten mit leuchtenden Augen oder freudigem Klang in der Stimme.

Üblicherweise kanzle ich das recht brüsk ab, weil ich keine Lust habe, meine wertvolle Zeit mit den kruden Thesen eines Provokateurs zu verschwenden. Und noch viel wertvoller erscheint es mir meine Zeit, wenn ich mich dann noch mit der meist substanzlosen Bewunderung für diese Person rumschlagen muss.

Thilo Sarrazin & Konsorten scheint mir ein rechtes Gegenstück altlinker "Gutmenschen" zu sein, für sich nervig genug. Ich meine jene nervigen Zeitgenossen, mit denen man keinen Abend verbringen kann, ohne sich beim Essen langwierige Kritik an der Massentierhaltung anzuhören, die eine vegane Lebensweise erfordert. Läuft etwas auf der Welt schief, war es garantiert der Kapitalismus, das Kapital, der US-Imperialismus und überhaupt die entfremdeten Lebensverhältnisse.
Als Beispiel: einem solchen Zeitgenossen war der Computer ausgefallen. Da ich ihn nicht per Zauberkraft reanimieren konnte, riet ich, einen neuen zu kaufen. Daraufhin musste ich mir eine lange Tirade anhören, dass der Kram zu teuer sei und es überhaupt nur das kapitalistische Ausbeutersystem sei, das den Besitz eines Computers erfordere.
Das sind Menschen, die ein ganz gehöriges Problem mit der Realität haben, und die ich aus diesem Grund meide.

Was diese Menschen "auszeichnet" ist, dass sie meinen, die Probleme der Welt auf eine Ursache zurückführen zu können und sie sich noch in einem Zustand einer höheren Erleuchtung wähnen. Diskussionen sind so zwecklos wie mit einer Maschine.

Am rechten Rand gibt es das Gegenstück und Thilo Sarrazin ist ein Beispiel. Hier tritt besonders der Aspekt in den Vordergrund, im Besitz einer höheren Erkenntnis zu sein, einer "unbequemen Wahrheit", die man gegen "Anfeindungen" in einer "von linken Gutmenschen durchsetzten Welt" heldenhaft und "schmerzhaft" ausspricht. Diskussionen sind meist zwecklos, da sich der Betroffene ja im Besitz besagter Wahrheit wähnt und die Anfeindung ohnehin schon erwartet. Selbiges kann man übrigens oft auch bei christlichen Fundamentalisten finden, die ja auch eine Anfeindung der von Satan regierten "Welt" erwarten.

Das Problem an solchen Menschen ist, dass sie nie aufhören, sondern im Gegenteil nur noch extremer werden, je mehr man sie anfeindet, denn sie sehen sich ja bestätigt. Am Ende stehen dann Produkte wie "PI", in denen eine durch und durch extremistische Weltsicht vertreten wird und in der kein Text stehen kann, ohne die immer gleichen Thesen von der moslemischen Gefahr wiederzukäuen.
So gesehen war es im Grunde ein Fehler, Sarrazin einfach zu feuern. Letzlich ist es auch ein Zeichen der Schwäche der Politik, die sich nicht argumentativ mit Sarrazin auseinandersetzen kann oder will, sondern lieber den Weg des geringsten Widerstands geht.

Nur hat der jetzt leider einen Märtyrer geschaffen, der fortan durch die Talkshows tingeln wird, um die "unbequeme Wahrheit" an den Mann zu bringen, die "in Deutschland keiner hören will". Zeitverschwendung, ick hör dir trapsen.

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