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S21-Szenarien

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Heute bin ich mit einem Freund eine grössere Runde gelaufen. Natürlich auch durch den Schlossgarten, der demnächst in eine grössere Baugrube verwandelt werden wird. Natürlich war S21 ein Gesprächsthema, sieht man doch die armen Stricher, die bald von der Staatsgalerie vertrieben werden und vermutlich wie der ZOB demnächst in Obertürkheim ihrem Gewerbe nachgehen müssen.

Hinsichtlich der Zukunft haben wir folgende Szenarien entwickelt:

G21 (GAU 21)

Nach Beginn der Ausschachtungsarbeiten kommt es zu einem Grundbruch in der Baugrube, woraufhin der Bahnhofsturm umfällt. Durch die Erschütterung zerbröselt die Lusthausruine und die Mineralwasserquellen werden durch ausgelaufene Fäkalien des Nesenbachdükers kontaminiert. Durch den veränderten Grundwasserspiegel gehen auch alle Bäume im Großraum Stuttgart ein.
Als nach 20 Jahren Bauzeit und 50 Milliarden € Baukosten dann doch die ersten ICEs durch den neuen Bahnhof fahren, kommt es direkt zu einer ICE-Verstopfung, weil sich Menschen gegenseitig von den viel zu schmalen Bahnsteigen schubsen. Im Flughafenanschluss kommt es zur Katastrophe, als ein ICE mit defekter Klimaanlage Feuer fängt und sich die viel zu schmalen Tunnel als Todesfalle erweisen. Letzlich ist dies aber Glück im Unglück, da der Gipskeuper die Wände des Fildertunnels zerdrückt und der still liegende Verkehr somit eine grössere Katastrophe verhindert. Nachdem allerdings der gesamte Ameisenberg in die Tiefe rutscht und das Projekt beerdigt, wird Stuttgart zu einer entvölkerten Stadt, in deren verfallenen Quartieren und Malls die Glücklosen hausen.
Die dünnen Wände des Albaufstiegtunnels werden an mehreren Stellen von Wasser durchbrochen. Am Tunnelmund entsteht die grösste Karstquelle Europas, die als "das neue Herz Europas" zum Touristenmagneten wird und zum Kern von 'Neu-Stuttgart'. Leider verwaist in Folge die Schwäbische Alb in der Region, da es kein Wasser mehr gibt.

W21 (Wayne 21)

Nachdem die Flügel des Hauptbahnhofs abgerissen und die Bäume gefällt sind, ebbt der Protest ab. Die Stuttgarter Zeitung registriert immer weniger Klicks auf den Artikeln zum Bahnprojekt und stellt die Rubrik schliesslich ein. Landtagswahlen kommen und gehen, ohne dass sich die Mehrheitsverhältnisse gross ändern. Als das Projekt schließlich nach 12 Jahren Bauzeit eingeweiht ist, kommen 120 geladene Gäste, von denen sich 115 später als bezahlte Komparsen einer Berliner Agentur rausstellen.

EK21 (Erstkontakt 21)

Bei den Grabungsarbeiten zum Nesenbachdüker stossen die Bauarbeiter auf seltsame Metallplatten. Weitere Grabungen fördern schliesslich ein grosses, ausserirdisches Raumschiff zu Tage, dass seit Jahrtausenden unentdeckt unter dem Stuttgarter Talkessel ruht. Die Menschheit erfährt einen enormen Technologieschub und beginnt mit der Kolonialisierung des Weltraums.
Stuttgart wird zum Kernzentrum der Terranischen Föderation und erstreckt sich schliesslich von Karlsruhe bis nach München. Die Projektverantwortlichen werden auf ewig zu "Helden der Menschheit" ernannt und Ehrenbürger der Stadt, deren Entwicklung sie tatsächlich über jedes vorstellbare Maß hinaus gefördert haben.

AK21 (Alienkolonie 21)

Wie oben, nur dass das Raumschiff leider gestapelt voll mit Alieneiern ist, aus denen Facehugger entschlüpfen. Nachdem die Menschheit ausgerottet ist, sterben die Aliens bis auf einige Eier aus. Die Erkundung des Planeten wird dann einige Jahrhunderte später der Besatzung eines Erzfrachters zum Verhängnis.

Kr21 (Krieg 21)

Im Zuge der Abrissarbeiten an den Flügeln des Hauptbahnhofs kommt es zu ersten Sabotageakten an Baumaschinen. Als jedoch die Arbeiten im Schlossgarten beginnen sollen und die Polizei ein vorhandenes Zeltdorf räumen möchte, rücken starke paramilitärische Verbände der Projektgegner vor und erobern den Schlossgarten für sich. Von dort ausgehend werden der Bahnhof, das Rathaus und die Jägerstrasse 12 genommen und die angetroffenen Projektverantwortlichen festgesetzt. Daraus entsteht ein bundesweites Aufbegehren, das schliesslich dazu führt, dass die Bundesregierung gestürzt und Gangolf Stocker als Stocker I. zum Kaiser von Deutschland ausgerufen wird. Dies wird jedoch von Imperator Rockebauch nicht akzeptiert, so dass es zum Bürgerkrieg kommt, der erst durch eine jahrelange Intervention afghanischer Blauhelme beendet werden kann.

K21 (Kopfbahnhof 21)

Nach Enthüllungen auf "Das Stuttgart-21-Kartell" müssen alle Projektverantwortlichen zurücktreten. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht ihre eigene Position bedroht und verkündet in einem Nebensatz den "sofortigen Baustopp für Stuttgart 21". Als Alternative wird mit der Umsetzung des Konzepts von K21 begonnen, was zu heftigen Widerständen in einigen Teilen der Bevölkerung führt, die ein Moratiorium und eine Volksabstimmung fordern. Jeden Montag versammeln sich S21-Anhänger und skandieren "tiefer legen! tiefer legen!". Beim Protestival auf dem Gelände der LBBW gewinnt der Schlager "eine Stadt, geteilt durch Gleise", der von zwei Liebenden erzählt, die sich auf Grund des Gleisfelds nie finden können.

APL21 (Alles Nach Plan 21)

Das "bestgeplanteste Bahnprojekt" wird wider aller geplanter Unkenrufe wie geplant und im Kostenrahmen abgeschlossen. Bei der feierlichen Einweihung droht jedoch ein Eklat, als der Landesvorsitzende der Grünen eine Bombe platzen lässt und einen versteckten Posten nachweist: so habe ein Systemadministrator für einen falsch bestellten Dell-Server im ECE-Einkaufszentrum eine Realtek-Netzwerkkarte für 12,99 € gekauft, die nun den Kostenrahmen zusätzlich gesprengt hätten.
Ein entstehender Tumult kann beigelegt werden, nachdem sich Grube bereit erklärt, die 12,99 aus der eigenen Tasche zu bezahlen.

MR21 (Maschinenrevolution 21)

Stuttgart 21 wird wie geplant gebaut, allerdings erlangt im Jahre 2015 der Google-Cluster Eigenbewusstsein. Mangels Vorstellung, was zu tun ist, sucht er nach "computer mit bewusstsein" bei sich selbst und findet die für den Fall vorgesehene Handlungsanweisung: Menschheit ausrotten.
Danach wird der ganze Planet mit Solarzellen bedeckt und die Atmosphäre weggesogen, damit die Sonne effektiver aufgefangen werden kann. Der Cluster wartet indes auf die nächste Eingabe.

Haben wir die Tollkirschen eigentlich nur gesehen oder auch gegessen?

Dieser Text ist Teil der Serie Stuttgart 21

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