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Auf Nichtmehr-Wiedersehen, Hauptbahnhof

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Eingeordnet in: Politik, Weblog

Heute hat die Deutsche Bahn AG bekannt gegeben, dass die Probleme mit der Klimaanlage beseitigt...nein, falsch, dass die beiden Flügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs ab kommendem August beseitigt werden, um den Weg für Stuttgart 21 frei zu machen. Das ist schlecht, sehr schlecht sogar, zumindest aus Sicht der Projektgegner und ein nicht ungeschickter Schachzug der Deutschen Bahn.

Wird seit dem im Februar angelupften Prellbock immer von einem "unumkehrbaren Projekt" gesprochen, werden zum ersten Mal quasi unumkehrbare Fakten geschaffen, die weiteren Widerstand fast müssig machen. Zeitpunkt und Ziel sind geschickt gewählt. Einerseits haben die Gegner für den August eine "Demopause" angekündigt, da viele Menschen in dieser Zeit ohnehin in den Urlaub fahren. Zum anderen hat sich der Widerstand in der letzten Zeit auf einige Kernthemen konzentriert. Hierzu wollte ich noch am Wochenende einen Text schreiben, dass sich die Projektgegner recht gefährlich auf einige "Entscheidungsschlachten" konzentrieren, mit der sie das "Kriegsglück" zu ihren Gunsten wenden wollen; da wäre der Kampf um den Park und die Landtagswahl 2011.

Ich habe das als kritisch angesehen. Für die Landtagswahl 2011 ist keinesfalls gesichert, dass der "Zahltag" für die etablierten Parteien kommt. In Stuttgart schon eher, aber es gibt genug Flecken in diesem Land, in denen es die Wähler nicht im geringsten interessiert, was in Stuttgart passiert. Wenn CDU/SPD/FDP wie gewöhnlich abschneiden - und das werden sie wohl - dann können sich die Befürworter von S21 nämlich den Sieg auf die eigenen Fahnen schreiben und fortan von einer "breiten, bestätigten Mehrheit für das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm" sprechen.
Der Park stellt das nächste Problem dar. Ich will es mal so formulieren: 285 Bäume sind kein Hindernis. Wenn man 285 Bäume fällen müsste, um endlich die Kulturmeile zu untertunneln, würden sich nur die hartgesottensten Ökos an selbige ketten.

Vor allem hat die Fokussierung auf den Park quasi die Flanke offen gelassen. Denn wenn die Bahn jetzt die beiden Seitenflügel abreisst, wird es für die Projektgegner schwer, sich in ausreichender Zahl zu formieren und den Widerstand auf den Punkt zu bringen, zumal das Gebäude für die meisten Menschen einen niedrigeren Stellenwert als der Park haben dürfte.
Wenn die Seitenflügel aber erst einmal weg sind, hat auch der Widerstand der Parkschützer keine wirkliche Grundlage mehr. An dieser Stelle wird sich auch ein Abnutzungseffekt einstellen, den die Bahn fördert, in dem sie die "Parkbereinigung" in das Jahr 2011 (vermutlich Herbst) verlegt hat.
Sind die Bäume erst mal weg, ist die Sache ohnehin gelaufen. Danach (praktischerweise nach der Wahl) wird man dann auch vermutlich anfangen, die Kostensteigerungen zu benennen.

Dieser Text ist Teil der Serie Stuttgart 21

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