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Ergibt der Spiegeltest Sinn?

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Menschen sind in der Lage, sich in einem Spiegel als sich selbst zu erkennen. Anders eine Katze oder ein Wellensittich: beide erkennen in einem Spiegel allenfalls einen Artgenossen, nicht aber sich selbst.
Neben Menschen beherrschen unter anderem die restlichen Primaten, Killerwale, Elefanten, einige Delphine diese Fähigkeit. Ebenso die Elster, die als einziges Nichtsäugetier heraussticht.
Getestet wird die Fähigkeit, in dem einem Tier unbemerkt ein Punkt im Gesicht oder am Schnabel angebracht wird. Betrachtet sich das Tier danach in einem Spiegel und versucht den Punkt zu entfernen, hat es den Test bestanden. Dies wird als Indiz für ein Eigenbewusstsein bzw. Selbst-Bewusstsein gewertet.

Aus meiner Sicht ist der Test aber "diskriminierend", da er letztlich davon ausgeht, dass Tiere einen ähnlich stark ausgeprägten Gesichtssinn wie der Mensch haben und dieser eine starke Rolle in ihrem Leben spielt. Lebewesen mit ähnlicher Fokussierung auf den Gesichtssinn werden also bevorzugt.

Ausgesondert werden zunächst Tiere, die blind sind oder schlecht sehen, beispielsweise die Fledermaus. Die Fledermaus wird stark benachteiligt, denn sie erzeugt ihren Schall selbst und könnte daher erst aus der dritten Reflektion ihres Schallsignals die Information entnehmen, dass an ihr eine Veränderung vorgenommen wurde. Denn zuerst muss die Fledermaus einen Schrei ausstossen, der dann reflektiert wird, an ihr abermals reflektiert und schliesslich noch einmal zu ihr zurückreflektiert wird - unwahrscheinlich.

Ebenso werden Tiere ausgesondert, die zwar gute Augen haben, deren verarbeitendes System aber andere Schwerpunkte setzt als das des Menschen. Beispielsweise können einige Tiere hauptsächlich Bewegungen sehen. Bleibt dieses Tier nun vor dem Spiegel stehen, sieht es nichts oder nur wenig. Bewegt es sich bleibt sein eigenes Bild ja relativ statisch, während sich die Umgebung bewegt. Evtl. erzeugt ein statischer Punkt dann keinen Reiz, der für das Tier deutlich genug wäre, um darauf zu reagieren. Der Test könnte an dieser Stelle modifiziert werden, dass anstelle eines Punktes eine kleine LED oder eine reflektierende Fläche ("Katzenauge") verwendet wird. Beides birgt natürlich die Gefahr, dass das Tier die Markierung auf Grund des Gewichts zu früh spürt. Eine mögliche Alternative könnte auch Glitzerstaub sein.

Hinweise für ein Eigenbewusstsein findet man meiner Ansicht nach auch bei Tieren, die den Test nicht bestehen. Hunde etwa wälzen sich gerne in geruchsintensiven Dingen, meist sehr zur Unfreude des Halters. Aber warum? Für ein Raubtier ist es vernünftig, sich in beispielsweise Aas zu wälzen, da es dadurch den den Eigengeruch überdeckt, der einer Beute seine Anwesenheit aufzeigen könnte. Man kann sich nun streiten, ob es sich dabei bloss um Instinkt handelt oder um ein Gefühl des "Selbsts", mit dem der Hund zunehmend realisiert, dass er ein riechbarer Fremdkörper in der Welt wird.

Der Spiegeltest ist von daher mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten was die Verneinung von Fähigkeiten betrifft.

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