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Innovationen des letzten Jahrzehnts

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Ich habe diverse Rückblicke zu Innovationen der Informationstechnologie im letzten Jahrzehnt gelesen, und die gingen irgendwie alle Richtung "das iPhone". Ja, hauptsächlich das iPhone, nach 8 Jahren Stagnation, vom AMD K6 / Pentium II zum iPhone.

Nun gut, ich will den Rest mal nachliefern. Im Jahre 2000 oder 2001 habe ich DSL bekommen, damit wurde das Internet von "online" zu "always-on". Plötzlich begannen die Leute Filme wie nix gutes zu laden, ob der Bandbreite.
Hardwaremässig kaufte ich mir eine Maus mit Scrollrad - aus meiner Sicht zunächst Schnickschnack, schnell nicht mehr wegzudenken. Noch besser wurde es mit optischen Mäusen; 2004 habe ich kurzerhand alle Mäuse im Büro gegen solche getauscht, ich möchte nicht ermessen, was ich seither an Ärger mit nicht mehr rollen wollenden Kugeln gespart habe.
Flachbildschirme waren 2001 noch so sündhaft, dass ich mir einen 19"-Röhrenmonitor gekauft habe; drei Jahre später war das der günstige Standard, als TFT. Auch hier ist der Vorteil kaum zu ermessen, an Gewuchte und gespartem Platz, und auch, dass Dual-Head-Betrieb eine richtige Option wurde. In dieses Jahrzehnt fällt auch die flächendeckende Verbreitung der DVD, die ein riesiger Sprung von VHS war, sowohl in der Qualität als auch im Handling. Und die DVD entwickelte sich schliesslich weiter in HD-DVD und BluRay, die HD-Qualität liefern, ebenso wie das vielfach schon verfügbare HDTV.

Wie üblich wurden die Computer schneller und die Festplatten grösser, nur mit dem Unterschied, dass sich zum ersten Mal der Effekt einstellte, dass nicht alles sofort aufgefressen wurde. Im Jahr 2010 sind wir längst in der Situation, dass selbst die günstigsten Rechner für den Normalanwender mehr als ausreichend sind und man nicht mehr danach schielt, fortwährend aufzurüsten. Mit der Mehrkernarchitektur waren schliesslich auch genug Leistungsreserven für Anwendungen vorhanden, die von paralleler Verarbeitung profitieren.
Die Betriebssysteme haben einen gewaltigen Sprung nach vorne betreffend Leistungsfähigkeit, Stabilität und Sicherheit gemacht. Mit Windows XP beerdigte Microsoft endlich die 9x/ME-Linie für die Heimbenutzer, Apple tat das gleiche, in dem sie MacOS durch OS X ersetzten. Damit kamen auch Privatanwender in den Genuss von präemptivem Multitasking, Speicherschutz, abgestuften Privilegien, Diensten und einem Dateisystem mit Journal, um nur einige Vorzüge zu nennen.
Zugleich stieg Linux vom Bastlersystem zur ernsthaften Alternative auf, zumindest rottete Linux auf x86 viele der proprietären Unices aus. x86 gehört definitiv zu den Gewinnern des Jahrzehnts, stieg doch schlussendlich auch Apple um und verkauft seither quasi Standardhardware mit ein bisschen proprietärem Kram. Selbst Apple konnte sich dem Trend bei den Schnittstellen nicht verwehren, bei denen endlich der Zombiepark verschwand und flächendeckend durch USB ersetzt wurde. Auch in den Geräten sieht es seit SATA zunehmend besser aus.
Für die Software-Entwicklung kann man für die Mitte des Jahrzehnts eine kambrische Explosion ansetzen. Viele neue Sprachen und neue Konzepte, einige davon sehr gruselig. Langsam habe ich das Gefühl, dass alles nur noch mit überdimensionierten Frameworks gelöst werden soll und bei den Sprachen ein Mischmasch aus vielen Paradigmen entsteht. Software ist teils schlechter (da bloated) geworden, teils aber auch sehr viel mächtiger. Was man sich heute mal eben in eine Virtual Machine an Open Source-Software installieren und zuverlässig betreiben kann, ist schon erschreckend: ausgewachsene SQL-Datenbanken, zuverlässige Webserver, mit Samba einen Ersatz für einen NT-Server und weiteres. Ebenso wurde dank FOSS die Vorherrschaft des Internet Explorers gebrochen, Benutzer haben 2010 wieder eine breite Auswahl, darunter Firefox, Opera und Apple Safari. Alles in allem hat der Konkurrenzdruck die Qualität bei allen Beteiligten massiv verbessert.

Überhaupt hat das Web mit einer 2.0 hinten dran noch eine zweite Jugend erlebt: Social Networks wie Facebook und Mitmachplattformen wie Flickr machten aus dem Web einen Teil des Lebens, über dessen Verlust selbst meine Mutter jammert, wenn der Computer mal nicht mehr will oder das Internet eine Störung hat. Mit Google Maps und Wikipedia kamen neue abendfüllende Beschäftigungen in mein Leben sowie die Erkenntnis, dass diese Technologien 20 Jahre früher jedweden Ansatz einer halbwegs normalen Sozialentwicklung bei mir unmöglich gemacht hätten.

Ein grosser Gewinner des ersten Jahrzehnts war zudem die Digitalfotografie, über die ich und jeder andere 2002 nur lächeln konnte, die 2004 konkurrenzfähig wurde und seitdem alles in den Schatten stellt, was jemals mit analog möglich war. Die Digitalfotografie brachte auch eine Bilderflut in die Welt, denn anders als früher kann man nun unzählige Bilder ohne Kosten machen und sie ohne grossen Aufwand weiterverbreiten.

Zum Schluss soll dann doch das iPhone gewürdigt werden, nicht allerdings ohne zuvor Handys an sich zu würdigen, aus denen kleine Multimedia-Stationen mit MP3-Player, Kamera und Klingeltönen wurden. Apple ist der Durchbruch gelungen, mobiles Internet wirklich bezahlbar und kalkulierbar zu machen, ebenso, wie sie es geschafft haben, die Musikindustrie endlich zu vernünftigen bezahlbaren Downloads zu bewegen.

Alles in allem ein Jahrzehnt, dass aus den Computern und dem Internet sehr alltägliche Werkzeuge gemacht hat. Und mal ehrlich: auf mein Smartphone könnte ich verzichten, aber den Flachbildschirm und die optische Maus mit Scrollrad mag ich nicht mehr hergeben!

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