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HTML5 vs. Flash

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Eingeordnet in: Computer

Einer der bescheuertsten Hypes der IT-Gegenwart ist HTML5, besonders wie in "HTML5 macht Flash überflüssig" oder "Apple setzt auf HTML5 statt Flash"

Ein kleiner Exkurs in die Geschichte. 2005 betrat YouTube die Bühne des Internets. Bei YouTube handelte es sich keinesfalls um die erste Anwendung von "Videos über Webseiten anschauen", sondern einfach um die zugänglichste. Video hatte bis dahin bedeutet, dass man Quicktime, Real oder Windows Media Player auf dem System haben musste, zuzüglich dazu bei letzterem noch passende Codecs wie DivX. Es war nicht möglich, sicherzustellen, dass jemand anders das "putzige Video" sehen konnte, das man im Netz gefunden hatte. Und für Administratoren wie mich bestand der Alltag darin, regelmässig bei irgendjemandem irgendeinen Player installieren und updaten zu müssen, weil irgendeine wichtige Seite diesen Player benötigte.

YouTube war anders. YouTube benutzte einen Flash-basierten Videoplayer, um seine Inhalte abzuspielen. Zwar war Flash ein weiteres Plugin, aber ein relativ weit verbreitetes - mit in Summe einer grösseren Anzahl an Installationen als die zuvor existierenden Formate. Plötzlich wurde Video im Web zu der Killerapplikation, man guckte sich stundenlang tollpatschige Kätzchen, "Krähe ärgert Hund" oder Zwischensequenzen von uralten DOS-Spielen an, band sie auf der eigenen Seite ein und schickte sie an Freunde weiter, im Wissen, dass derjenige sie mit hoher Wahrscheinlichkeit angucken konnte. Merke, das ist nur fünf Jahre her.

Heutzutage wird von allen Seiten auf Flash rumgehackt, wobei deutlich gesagt werden muss, dass Adobe nicht immer ein glückliches Händchen im Umgang mit der Plattform bewiesen hat. Dass 2010 noch immer eine 64bit-Version für Windows fehlt, finde ich ein deutliches Zeichen, und kein gutes. Dennoch kann man nicht umhin zu sagen, dass Flash für Video den absoluten Durchbruch gebracht hat.
Druck auf Flash wird vor allem von Apple ausgeübt, die Flash nicht auf dem iPhone haben wollen, seien es sachliche Gründe oder einfach das naheliegendste, dass sie ihrem tollen Store keine Konkurrenz machen wollen. Schwer verständlich aber das Ausmaß an Feindschaft, dass viele Nutzer Flash mittlerweile entgegenbringen. Vor sechs Jahren durfte man sich mit weitaus übleren Lösungen rumschlagen.

Richten soll es nun HTML5. HTML5 ist das Schlagwort der Stunde, und zwar, weil es einen <video>-Tag mitbringt - man kann ein Video wie mit <img src="" /> einbinden und der Browser, nicht das Flash-Plugin, übernimmt dann das Rendering - perfekt, Klappe zu, Affe tot, Problem gelöst.

Leider wird das Problem damit nur wieder verlagert, denn anstelle des Flash-Plugins ist nun der Browser zuständig, Videos abzuspielen, und dazu muss er selbstverständlich das Format beherrschen, in dem das Video kodiert worden ist. Und hier fangen die Probleme an, denn geplant ist, dass ein Standard vorgegeben wird, derzeit H.264. H.264 ist aber dummerweise mit Patenten abgesichert und daher lizenzierungspflichtig - ein Grund, weshalb Mozilla keine in H.264 enkodierten Videos anzeigen kann, weil die Mozilla Foundation nicht jährlich mehrere Millionen € an Lizenzgebühren bezahlen kann.
Eine Alternative ist, einen freien Codec wie Ogg/Theora zu verwenden. Hier besteht aber die Gefahr, dass Ogg/Theora ein noch unbekanntes Patent verletzt und irgendwann ein "Patent-Troll" auf den Plan tritt, wenn Ogg/Theora entsprechend weite Verbreitung gefunden hat.
Der dritte Weg ist, keinen Standard festzulegen und es dem Nutzer zu überlassen, für die passende Kodierung/Dekodierung zu sorgen. Ein Zustand, der vermutlich so oder so eintreten wird, weil die Hersteller vom Standard abweichen werden, im guten (als Reaktion auf neue Bedürfnisse und Entwicklungen) wie im schlechten (xte Neuauflage des Browserkrieges).

Jedenfalls ist zu erwarten, dass die gute alte Aufforderung, doch bitte diesen oder jenen Codec zu installieren, bald wieder fröhliche Urständ feiert.

Zum Schluss noch eine Bemerkung an diejenigen, die Flash mit nerviger Werbung gleichsetzen: man kann Spiele mit HTML5/Canvas realisieren, also kann man sich schon mal auf mit HTML5 realisierter Werbung gefasst machen.

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