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Der googelnde Personalchef

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Eingeordnet in: Gesellschaft

In Diskussionen um Facebook und ähnliche wird immer das Schreckgespenst des "googelnden Personalchefs" beschworen. Selbst meine Mutter brachte den "in zehn Jahren googelnden Personalchef" aufs Tapet, als wir über die heutige Jugend und Facebook diskutiert haben.

Das Argument ist wie folgt: heute veröffentlichen die Jugendlichen sorglos ihre Fotos (nach durchzechter Nacht in unschönem Ambiente aufgewacht, mit einem von der Travestieshow im Bett), in zehn Jahren bewerben sie sich bei einer Firma, weil der besagte Personalchef nach ihnen gesucht und dabei die Fotos gefunden hat.

Meiner Ansicht nach ist diese Furcht übertrieben. Zunächst die praktischen Gründe:

Das Internet ist dann doch nicht so merkfähig, wie allgemein dargestellt. Ich war durchaus schon in einigen Communities unterwegs, damals auch sorgloser, und es wird schwer fallen, aus dieser Zeit Spuren zu finden. Foren verschwinden, Daten gehen bei Migrationen verloren, Kommentare werden gelöscht.
Zweitens sind die Suchfunktionen nicht so präzise, wie man sie gerne hätte. Wer nach Hadanite Marasek sucht, findet unzählige Spiegelungen von Einträgen, die auf de.comp.lang.php.misc gemacht habe. Das könnte zwar einen Personalchef interessieren - möglicherweise mache ich mich da fachlich zum Affen - aber das würde dann so oder so schnell auffallen. Ich wünsche schon mal viel Spass, aus dem Wust an Spiegelungen, die teilweise auf irgendwelche Portale weiterleiten, dann meine Partybilder zu finden.
Das Problem wird gravierender, wenn man nach Allerweltsnamen sucht. Wenn man nach Susanne Müller sucht, wünsche ich noch viel mehr Spass, irgendwo zwischen einer Chemtrails-Seite und den Spielergebnissen des Tennisvereins Pluderhausen die kompromittierenden Nacktbilder zu finden.

Zuguterletzt - und das halte ich für wesentlicher - kommen soziale Gründe, die sich zumindest in der Zukunft entwickeln werden. Ein Personalchef, der in 10 Jahren nach seinen Bewerbern sucht, wird so einiges zu Tage fördern. Der eine ist aktiv in der Lederszene, der nächste war Co-Autor von "Hanfanbau - Gute Ernte für Jedermann", der andere baut akribisch Schlachtszenen aus dem 2. Weltkrieg nach, und so weiter und so fort. Aber einen Bewerber muss er nehmen. Da wird dann wohl doch die fachliche Kompetenz in den Vordergrund rücken. Einen Personalchef könnte es sogar im Gegenzug erst besonders mißtrauisch machen, wenn er gar nichts von jemandem findet - das könnte das Zeichen eines Sonderlings sein.

Den Kritikern all dieser Entwicklungen werfe ich vor, dass sie 1:1 die Gegenwart in die Zukunft extrapolieren, quasi "die heutige Gesellschaft plus Informationstechnologie". In der Vergangenheit haben neue Technologien aber nicht nur einfach die Möglichkeiten einer Gesellschaft erweitert, sondern auch sie verändert.

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