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Causa Käßmann

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Die Oberste Bischöfin des Landes überfährt in ihrem Dienstwagen eine rote Ampel, wird mit 1,54 Promille BAK aus dem Verkehr gezogen und tritt in Folge von ihrem Amt zurück, obwohl der Rat der EKD ihr das Vertrauen ausgesprochen hat.

Damit ist dieser Text eigentlich zu Ende.

Wenn es nicht einige Menschen gäbe - Frauen, allen voran Alice Schwarzer - die die Chuzpe hätten, hieraus eine Geschlechterdebatte zu machen. Ja, richtig, eine Frau macht einen Fehler und zieht die Konsequenz, und einige andere Frauen konstruieren daraus eine Grundsatzfrage. Das hat mich spontan sogar erstaunt, weil ich es überhaupt nicht erwartet hätte, zu abwegig erschien mir der Gedanke.

Die Messlatte legt Alice Schwarzer vor, gefolgt von einer Bärbel Wartenberg-Potter. Störend für mich ist, dass beide zunächst das Delikt herunterspielen. Schwarzer spricht von "einem Glas zuviel", Wartenberg-Potter davon, dass man die Sache einem Mann als Kavaliersdelikt hätte durchgehen lassen.

Zunächst hierzu: eine Trunkenheitsfahrt ist kein Kavaliersdelikt, es geht um 1,54 und nicht 0,54 Promille BAK, eine Menge, bei der ich vermutlich selig schlafen würde. Hier liegt also nicht eine falsche Einschätzung vor, sondern ein gravierender Verstoss gegen die StVO, die zudem zur nachweislich reduzierten Fahrtauglichkeit geführt hat, wie das überfahrene Rotsignal beweist. Es lag also auch konkretes Gefährdungspotential vor - vielleicht mögen Frau Schwarzer und Frau Wartenberg-Potter ihre Ansichten einmal in einem Reha-Zentrum vor Unfallopfern wiederholen, deren Unfallgegner alkoholisiert gewesen sind. Meinetwegen auch nur vor Frauen.

Beide bekräftigen sind dann der Ansicht, dass es schlecht für die Frauen ist, wenn jetzt eine Frau in hoher kirchlicher Position zurücktritt. An dieser Stelle habe ich beide nun des Sexismus überführt: denn hier zeigen sie die eindeutige Bevorzugung ihrer Geschlechtsgenossin ohne Rücksicht auf disqualifizierende Eigenschaften. Wenn ich einen Mann bevorzuge, weil er ein Mann ist, und das noch, obwohl sachliche Gründe dagegen sprechen, dann handle ich sexistisch, genauso wie ich rassistisch handle, wenn ich einen Menschen mit weisser Hautfarbe gegenüber einem Menschen mit dunkler Hautfarbe nur auf Grund der Hautfarbe bevorzuge.

Ebenfalls Sexismus werfe ich beiden Frauen mit der im Endeffekt infamen Unterstellung, dass Männer hier an dieser Stelle a. auf Grund ihres Mannseins nicht zurückgetreten wären, und b. Männer hier andere Männer ebenfalls auf Grund des Mannseins gedeckt hätten. Nein! Die Entscheidung zum Rücktritt ist hier die Entscheidung einer Einzelperson, die aus meiner Sicht zu respektieren ist. Ebenso kann ich meine eigene Position dazu beziehen, aber es sei versichert, dass mir das Geschlecht von Frau Käßmann in dieser Situation gar nicht erst in den Sinn gekommen ist. Mir zu unterstellen, dass ich den Rücktritt von Frau Käßmann begrüsse, den eines Mannes aber verurteilt hätte, ist wie gesagt Sexismus. Pikant vor allem in dem Zusammenhang, dass mir als Mann ein Sexismus unterstellt wird, den beide Frauen wie zuvor gezeigt selbst an den Tag legen.

Abstrus ist im Grunde auch die Forderung, die Frauen mögen es den Männern gleich tun (so die Männer hier nicht zurückgetreten wären); es ist ein eigentümliches Verständnis von Gleichberechtigung, wenn frau meint, genauso falsch handeln zu dürfen, ja zu müssen wie ein Mann.

Alles in allem halte ich diese Form der Geschlechterdebatte für schädlich und hoffe, dass sie mit den weiteren Jahren des 21. Jahrhunderts zusehends verschwindet.

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