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Netzneutralität

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Eingeordnet in: Computer

Einige Internetprovider haben das Prinzip der "Netzneutralität" in Frage gestellt. Momentan ist es naheliegend so, dass ich für einen Internetanschluss bezahle und damit machen kann, was ich will. Gewisse Firmen kommen jetzt aber auf die verwegene Idee, dass ja grosse Inhalteanbieter wie Google davon profitieren, dass ich ins Internet komme, und wollen jetzt zusätzlich von Anbietern Geld verlangen, damit ich zu ihnen kann.

Das erklärt sich daraus, dass grosse Internetanbieter vermehrt dazu übergehen, ihre eigenen "Portale" aufzubauen und in einem Fall ihren Anwendern sogar mehr oder minder freiwillig bei der Einwahl unterzuschieben. Mit den Diensten, die ich dort in Anspruch nehmen soll - und der Werbung - soll noch mehr Umsatz generiert werden. Dumm nur, wenn ich meine Flatrate dazu nutze, um auf den Portalen der Konkurrenz zu surfen und mein Provider auf meinem Traffic sitzen bleibt.
Daher die grundsätzliche Idee, den Zugang zu fremden Inhalten schlechter zu stellen.

Das Problem ist, dass es dieses Geschäftsmodell schon einmal gab und es gescheitert ist. Bevor das, was gemeinhin als das Internet bezeichnet wird (also WWW) ab 1995 seinen Boom hinlegte, gab es proprietäre Onlinedienste - America Online, T-Online (einstmals BTX), Compuserve und Prodigy. In alten Computerspielhandbüchern findet man keine URIs, sondern z. B. noch der Hinweis auf Bereiche innerhalb von Compuserve.
Das Internet rollte diesen Markt auf. AOL überlebte wie T-Online erfolgreich, indem sie zusätzlich einen Internetanschluss anboten, der schliesslich zum Hauptzweck der Unternehmen wurden. AOL setzt dabei bis heute auf seine eigene, berühmt-berüchtigte Einwahlsoftware.

Das alte Geschäftsmodell starb, weil die Kunden Internet wollten. In der Frühzeit schwärmten wir von den unendlichen Möglichkeiten, Pizza bestellen in New York und mailen nach Australien. Und aus genau dem Grund bin ich auch Kunde eines Internetproviders: weil er mir einen Zugang zum Internet bereitstellt (provide). Traurig, aber wahr: ich will einen Internetanschluss und nur einen Internetanschluss.

Die Internetprovider, die jetzt meinen, sie könnten noch die Inhalteanbieter erpressen, sollten sich mal fragen, warum ich überhaupt einen Internetanschluss begehre - nämlich genau wegen der Inhalte, und zwar der Inhalte, die im ganzen Netz verfügbar sind. Im Gegenzug kann ich auch sagen, wieso ich meine Seite anbiete - weil sie vom ganzen Netz eingesehen werden kann.

Dieser Text ist Teil der Serie Netzneutralität

Netzneutralität
BitTorrent und Warner
Netzneutralität von der anderen Seite

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