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Die Raukenkrise

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Ungemach für den deutschen Raukenmarkt: nachdem ein Kunde in einer Packung Rauke (Rucola) ein giftiges Fremdgewächs entdeckt und gemeldet hat, ist der Markt für Rucola komplett zusammengebrochen. Was klingt wie eine aberwitzige Idee für eine Kurzgeschichte, ist tatsächlich passiert.

Auf der Seite desArbeitskreises Jacobskreuzkraut ist näheres über diesen gelben Killer zu finden: ein Korbblütler, und wie viele andere auch, mit giftigen Inhaltsstoffen versehen. Im Grunde sieht die Pflanze harmlos aus - typischer Korbblütlerhabitus eben, eine hochgewachsene Pflanze, die in ihrem oberen Segment auffächert und eine Reihe von gelben Pseudoblüten mit Fruchtstand bildet. Blöd nur, dass die in der Pflanze enthaltenen Giftstoffe geeignet sind, Krebs zu begünstigen und Leberschäden zu verursachen, die bei ausreichender Dosierung auch direkt tödlich sein können.

Ob die Hysterie begründet ist, sei dahingestellt - die Webseite liest sich jedenfalls in Teilen so, als würden die Pflanzen in Summe dem Boden Uran entziehen, daraus Plutonium erbrüten und damit dann einen Atomkrieg gegen die Menschheit führen.
Für Pferde- und Viehbesitzer stellt die Pflanze natürlich eine konkrete Gefahr dar, der halt begegnet werden muss. Es zeigt eben auch, dass "Mutter Natur" nicht immer wohlwollend ist, sondern eben auch ihre Tücken hat. Lange Zeit war der Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit auf das menschliche Handeln gerichtet und man hat sich primär Sorgen um Herbizide und andere Schadstoffe in der Nahrung gemacht. Jetzt, da der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zurückgedrängt worden ist, zeigt sich eben, dass dann andere Gefahren drohen. Pilzbefall im Weizen beispielsweise ist keine leichtfertig zu nehmende Angelegenheit und hat früher ganze Dörfer auf Horrortrips geschickt. Pflanzenschutzmittel wurden eben nicht nur eingesetzt "um die Profite der Lebensmittelindustrie zu sichern".

Als weiteres Problem stellt sich natürlich, dass besonders wir Städter meist weit weg von der Quelle wohnen und uns selten bewusst ist, dass alle Lebensmittel letztlich natürlich und damit nur bis zu einem gewissen Grad kontrollierbar sind. Ein Tier meidet eine Pflanze wie das Kreuzkraut von sich aus, zumindest, wenn es frisch ist. Wir haben theoretisch auch einen Warnmechanismus vor Giftstoffen, da diese meistens bitter schmecken. Da Bitterkeit ein (unverständlicher...) Teil unserer Geschmackskompositionen geworden ist, haben wir diesen Mechanismus natürlich ad absurdum geführt.
Auf dem Beweisbild ist wenigstens deutlich eine geschlossene, gelbe Blüte zu sehen, was mich persönlich sehr mißtrauisch machen würde, ob diese Pflanze eine Rauke ist. Wer hier regelmässig mit ganzen Pflanzen arbeitet, hat hier noch Vorteile; da Salate aber zusehends in abgepackter, aufbereiteter Form gekauft werden, wird es natürlich schwieriger, ungenießbare bzw. giftige Pflanzen direkt auszusortieren.

Nun gut, hoffen wir das beste. Es wäre tragisch, gäbe es bald kein "XY 'an' Rucola" mehr.

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