Die Flagge des Marasek

Dekostreifen

English

Aktuell Texte Der Comic Impressum Kalender Suche PHP-Klassen Container-Wizard main.s21

Kategorien

Buch
Computer
Computerspiele
Film
Geschichte
Gesellschaft
Idee
Kunst
Natur
Persönlich
Politik
Programmieren
Religion & Philosophie
Weblog
Weltpolitik
Weltsicht
{{login}}

"Papst rehabilitiert Holocaustleugner"

Permalink
Vorheriger: Spass mit GnucashNächster: ext4 bug (or not)
Eingeordnet in: Religion und Philosophie

Durch das beständige Rauschen des Blätterwaldes Deutscher Medien wird gerade eine neue Sau getrieben: Der Papst, der einen Holocaust-Leugner rehabilitiert habe. Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für all jene, denen der Skandal Lebensunterhalt bietet, denn noch skandalträchtiger kann etwas kaum sein - der Stellvertreter Gottes auf Erden rehabilitiert Rechtsextreme.

Nun steckt der Teufel wie üblich im Detail, und in diesem Fall ist die allgemeine Mediendarstellung fast schon als bösartig verkürzend anzusehen.
Der Papst spricht Recht auf Grundlage des Kirchenrechts, zu etwas anderem hat er ausserhalb des Staates der Vatikanstadt auch gar keine Befugnis. So wurden auf Grundlage des Kirchenrechts die Bischöfe vor Zeiten exkommuniziert, weil sie gegen dieses verstossen hatten, und jetzt ebenso wieder rehabilitiert. Der Verstoß hat dabei nichts mit äusserst fragwürdigen politischen und gesellschaftlichen Ansichten dieser Personen zu tun, sondern berührt eine formale Frage der katholischen Kirche: die Bischöfe hatten sich ohne die notwendige Erlaubnis des Papstes zu ebensolchen weihen lassen.

Der Papst hat so gesehen primär nicht einen Holocaustleugner rehabilitiert, sondern jemanden, der gegenüber dem Papst ungehorsam war. Alles andere ist auch nicht möglich, da das Leugnen des Holocaustes keinen "Straftatbestand" innerhalb des Kirchenrechts darstellt - das sei Aufgabe der weltlichen Rechtsordnung.

Da es aber sehr viel reizvoller ist, voneinander abzuschreiben und auf der Empörungswelle mitzureiten, muss man leider auf eine nähere Klärung des Sachverhalts auf Grundlage des katholischen Kirchenrechts verzichten.

Kommentieren

Bitte beachten: Kommentare sind nicht sofort sichtbar, sondern werden erst nach einer kurzen Prüfung freigegeben, sofern keine rechtliche Beanstandung vorliegt.
Rechtlich bedenkliche Inhalte werden entweder entschärft oder nicht veröffentlicht.

* Titel  
* Nickname  
* Kommentar