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Spass mit Gnucash

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Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit musste, nein, durfte ich mich mit Buchführung beschäftigen; eine freudige und traurige Angelegenheit zugleich, habe ich doch einerseits ein wunderschönes Themengebiet gefunden, in dem man hemmungslos eher geschmähte Charakterzüge wie zwanghaften Perfektionswahn und centgenaue Pedanterie umsetzen kann. Traurig ist, dass ich das erst nach 31 langen, vertanen Jahren bemerkt habe...

Das Open-Source-Programm GnuCash erlaubt es, mit recht einfachen Mitteln eine doppelte Buchführung zu etablieren. Vor allem kommen da nicht diese seltsamen Begriffe namens "Soll" und "Haben" vor, mit denen ich ähnlich auf Kriegsfuß stehe wie mit rechts und links.
Der Standardkontenrahmen erlaubt es bereits, die üblichsten Buchungen solide zu erfassen. Allerdings sind mir noch ein paar Tipps eingefallen, mit denen die Befriedigung oben erwähnter Charakterzüge noch besser gelingt.

Ursprünglich habe ich bei "Gehalt" mein Nettogehalt eingetragen. Allerdings fiel mir dann eine diesjährige, großzügige Steuerrückzahlung unangenehm auf; die kam als Gewinn aus dem nirgendwo, entsprach aber dann gerade mal der Lohnsteuer eines Monats.
Um dies zu beheben, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Man hat unter "Erträge" zwei Konten, Brutto- und Nettogehalt. Man erzeugt in Netto den Bruttobetrag als Ertrag und nimmt Brutto als Lastkonto, und bucht dann den Nettobetrag auf ein Bestandskonto (z. B. Lohntüte). Danach bucht man im Nettokonto die Abgaben / Steuern entweder en bloc oder detailliert auf die zugehörigen Aufwandskonten.
    Der Vorteil ist, dass Netto mit 0 abschliessen muss, man also eine Kontrolle hat, ob man bereits alle Abzüge verbucht und sich nicht geirrt hat. Von Nachteil ist, dass man jeden Gehaltseingang erneut bearbeiten muss.
  • Daher bietet es sich an, Gehalt als Einheit zu betrachten (wie vorgesehen) und den Gehaltseingang als mehrteilige Buchung abzubilden. Das ist leider etwas lästig gelöst, da man dort die Gegenbuchungen von Hand machen muss, d. h. man muss jede Buchung tatsächlich doppelt eingeben, wie es der Begriff doppelte Buchführung vermuten lässt.
    Da sich das Gehalt aber nicht so häufig ändert, kann man bei weiteren Gehaltseingängen den Text der Hauptbuchung erneut eingeben und mit TAB ergänzen. Dann wird die mehrteilige Buchung übernommen. Von Vorteil ist auch, dass während der Eingabe in der obersten Zeile der Gesamtbetrag angezeigt wird, den man mit der Gehaltsabrechnung abgleichen kann.
    Zusätzlich sollte das Steuerkonto überprüft werden, da GnuCash es hier zulässt, dass man aus Versehen den Betrag innerhalb eines Kontos hin- und herbucht.

E voilà! Schon sieht man, woher die Steuerrückzahlung kommt. Persönlich habe ich unter Steuer alle Arbeitnehmerabgaben erfasst, also auch die Gesetzliche Krankenversicherung.
Wer übrigens meint, dass die Lohnnebenkosten zu hoch seien und der Staat überhaupt zu tief in die Tasche greift, sollte bitte nicht vergessen, unter Aufwände:Behandlungskosten die Erstattungen der Krankenkasse einzubuchen.

Eine weitere typische Situation für Arbeitnehmer sind Vorleistungen: man unternimmt eine Tagesreise und zahlt die Fahrkarte selbst und reicht den Beleg dann zur Erstattung ein. Da ich die Neigung habe, dies zu vergessen - und die Ausgabe keinen Aufwand, die Erstattung keinen Ertrag darstellt - kann man derlei auf ein separates Konto buchen. Damit ist mir dann direkt aufgefallen, dass ich noch eine Reisekostenabrechnung zu machen habe.

Der dritte Tipp betrifft mehr meine eigene Faulheit. Der Standardkontenrahmen hat Kosten wie "Lebensmittel" vorgesehen. Ich bin aber nicht pedantisch genug, Belege zu sammeln und nachher auseinanderzuklamüsern, dass eine Pizza zu "Aufwände:Lebensmittel", eine ComputerBILD Spiele aber zu "Aufwände:Zeitschriften" gehört. Wenn ich 50 € abhebe, buche ich die nicht auf Aktiva:Barvermögen:Bargeld, sondern pauschal auf Aufwände:Auszahlung. Ich betrachte das ein wenig wie die Entnahme eines Gesellschafters aus einer Gesellschaft.
Bei ec-Abbuchungen verfahre ich nach Interesse. Scheinschwangerschaftsheißhungerkäufe schlagen sich meist in Buchungen wie ec Lastschrift Tankstelle Fresshausen nieder; interessanter sind Fahrkarten, die ich meist auch per ec bezahle und bei denen ich ermitteln möchte, ob die Variante Monatskarte 2 Zonen und mehrmaliges Zukaufen einer Zone oder eine 3-Zonen-Monatskarte günstiger ist.

Dies leitet mich zu einem generellen Hinweis über - letzlich bietet der Kontenrahmen vielfältige Möglichkeiten, sich eine Erfassung nach eigenen Präferenzen zu machen. Beispielsweise buche ich Monatsrechnungen für Festnetz/Handy als Summe. Denkbar wäre es aber, die Summe weiter zu unterteilen und einerseits die Grundgebühr und dann die zusätzlichen Gesprächskosten zu buchen, da dort ein akutes Einsparpotential liegt. Harte Zeitgenossen mögen weiter unterteilen in Ausland, Inland, Mobilfunk...

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Benutzung von Online Banking
foersu16.07.2010 16:49:50
Ich lade die Umsätze meines Girokontos Online. Dort erscheint nur der Nettobetrag meines Gehalts. Die anderen Anteile des Brutto Gehalts müßte ich dann manuell eingeben. Ich kann mir aber die konkrete Vorgehensweise nicht vorstellen.

Gibt es hierzu einen Vorschlag?

Herzlichen Dank im Voraus für eine Antwort.

M.f.G.
foersu
Ertrag
Marasek27.08.2009 12:59:36
Das Gehalt ist Ertrag und wird von dort auf z. B. Dein Girokonto gebucht.

Pedanten dröseln die Abgaben auf:
Aktiva/Girokonto an Ertrag/Gehalt
Aufwand/Steuern an Ertrag/Gehalt
Aufwand/Krankenversicherung an Ertrag/Gehalt
Aufwand/Rentenversicherung an Ertrag/Gehalt

Hat den Vorteil, dass Steuererstattungen nicht aus dem Nichts kommen.
-
Beginnner27.08.2009 07:57:47
Hallo!
Ich hab voll das Problem. Bis versuche derzeit eine private Buchhaltung mit Gnucash einzurichten. Kann mir wer beschreiben, wie genau ich den monatlichen Gehalt einbuchen kann? Da habe ich ja kein Gegenkonto. Alles andere ist mir klar.
Gruß