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Armies of Exigo

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Eingeordnet in: Computerspiel

Habe soeben "Armies of Exigo" durchgespielt, das Goodie der letzten ComputerBILD Spiele. Ursprünglich war ich etwas skeptisch, sah mich dann allerdings durch ein Intro auf Blizzard-Niveau angenehm überrascht. In den ersten Missionen war dann klar, in welche Richtung der Hase läuft: ein solider Warcraft-Klon. Allerdings sind Klone mitunter die besseren Spiele, und so muss ich sagen, dass AoE mindestens genauso viel Spass gemacht hat wie Warcraft III, tendenziell sogar eher mehr, da das Spiel seinen Inhalt solider lieferte als die streckenweise etwas zu ambitionierte Handlung von Warcraft, die im Erweiterungspack dann hauptsächlich nur noch dazu diente, das Setting für die Cashcow WoW zu liefern.

Im Verlauf der Handlung kämpft man zunächst als Mensch gegen die sogenannten Untiere, bis man als zweites die dunkle Fraktion der Gefallenen übernimmt und schlussendlich als Untier zunächst die Menschen bekämpft, dann aber gemeinsam mit ihnen gegen die Gefallenen kämpft. Von Kritikerseite wurde moniert, dass das Spiel zu wenige Innovationen enthalte, allerdings muss nicht jedes Spiel versuchen, das Rad neu zu erfinden. Immerhin führt das Spiel das Konzept zweier Ebenen ein, neben der Oberwelt existiert eine Unterwelt, in der ebenfalls Basen zu finden sind und von der aus man mit einigen Zaubersprüchen sogar die Oberwelt beeinflussen oder sich überraschenderweise im Lager des Feindes präsentieren kann.
Die einzelnen Fraktionen spielen sich unterschiedlich genug: die Menschen haben den enormen Vorteil einer Heilereinheit, die Gefallenen gewinnen ihre Erfahrung im Kollektiv und werden dadurch sehr mächtig (wie man als ihr Gegner auch leidvoll erfahren muss), die Untiere haben starke Angriffseinheiten und Zaubersprüche. Auch die erwähnte Erfahrung wirkt sich unterschiedlich aus: Menschen erhalten Auren, die sich auf umliegende Einheiten auswirken, Untiere bekommen höhere Schadenswerte und Gefallene verdoppeln ihre Trefferpunkte.

Das Spiel selbst fühlt sich an wie typische osteuropäische Ware: von der Ästhetik her nicht ganz so durchgestylt wie amerikanische Produkte (allerdings aus meiner Sicht mit einem reizvollen, eigenen Stil versehen), im Gameplay solide und stabil. Einheiten gehorchen ihren Befehlen, und die Geschwindigkeit knickt auch bei sieben Feindlagern und den eigenen Armeen nicht ein. Ein Fehler zeigte sich im Verhalten der AI: gelegentlich verhielt die sich über eine Mission völlig passiv und reagierte nur auf Angriffe, was die Missionen natürlich erheblich erleichterte (ein Umstand, der durch Neustart beheben liess).

Von der Schwierigkeit her war das Spiel durchwachsen. Die AI greift gerne früh und in Massen an. Vor allem eine Schlacht gegen die Gefallenen erwies sich als harte Nuss, da die Gefallenen nicht nur von allen Seiten angriffen, sondern am Ende auf Grund ihres Erfahrungsgewinnes eine ungewöhnliche Stärke hatten, mit der sie mein Lager schließlich überrannten und mich tatsächlich zwangen, eine signifikant andere Strategie zu verfolgen.
Die zuverlässige Handhabung der Einheiten ermöglicht es allerdings, hemmungslos die bewährte Strategie des Tank Rush anzuwenden, wenngleich ich mich stets auf einen Rush mit Lufteinheiten beschränkte. Über eine Gruppe von 15 hinaus ist es noch möglich, Grossgruppen aus Einzelgruppen zu belegen, und vor 45 Lufteinheiten muss letzlich jede Verteidigung kapitulieren. Besonderes Schmankerl ist in dieser Hinsicht die letzte Mission, in der neben den Wyvern der Untiere und der Sondereinheit Tiamorg noch die Heiler der Menschen zur Verfügung stehen.

Hardcore-Spieler werden ob der Möglichkeit des Tank Rushes wohl verächtlich schnauben, ich persönlich sah mich freudig in die gute alte Zeit zurückversetzt, in der ein Spiel noch unter dem stakkatoartigen Klang der Soundsamples vieler feuernder Einheiten gewonnen wurde. Ausserdem hat mir das Spiel weniger Lebenszeit als Warcraft/Starcraft gestohlen; letzteres habe ich vor kurzem wieder aufgegeben, nachdem es mir zu dumm wurde, anderthalb Stunden in den Aufbau einer Armada zu investieren, nur um drei Gebäude des Gegners vernichten zu können.

Alles in allem ein kurzweiliges Vergnügen und der Beweis dafür, dass abseits des Mainstreams teilweise der bessere Zeitvertreib wartet.

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knickebart
kneckebrot01.08.2009 23:40:14
cooooooooooooooole grafik die beste der ganzen welt,das spiel habe ich für 98 euro gestern gekauft bin mit dem preißleistungsverhältniss nicht ganz zufrieden aber okay