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Finanzkrise, Gesellschaftskrise

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Eingeordnet in: Gesellschaft

Die Finanzkrise ist in aller Munde, allerdings wird ein Aspekt in meinen Augen noch ungenügend beleuchtet - nämlich die Frage, ob die Finanzkrise zu einer Politik- und Gesellschaftskrise führen wird. Denn dieser Crash war nicht nur ein Crash des "Turbokapitalismus", sondern stellt letzlich auch die Bankrotterklärung derer da, die ihn in den letzten Jahren propagiert haben. Denn in den letzten 20 Jahren wurde der öffentliche Diskurs mehr und mehr von den gleichen Themen und vor allem Problemlösungen und Schlagworten beherrscht - Privatisierung, Deregulierung, Globalisierung, Reformen, Leistungsgerechtigkeit, Neiddiskussion, Leistungsträger und und und. Der Gesellschaftsentwurf, darüber herrschte unter den "Eliten" zusehends Einigkeit, war die Wettbewerbsgesellschaft, in der sich der Staat weitestgehend zurückgezogen hatte, ausser natürlich dort, wo es den Eliten genehm erschien. Und die Eliten stellten in bislang ungesehenem Maße eine Verflechtung von Medien, Politik, Wirtschaft und Lobbygruppen dar, so dass kaum mehr kritische Gegenstimmen zu vernehmen war, zumindest nicht aus der "Mitte".
Die wesentlichen Parteien der deutschen Politiklandschaft glichen sich denn dann auch an, die Farben verblassten zu matten Pastelltönen einer relativ gleichförmigen Linie.

Jetzt ist Traum wie die Blase selbst geplatzt. Plötzlich macht sich Katerstimmung breit. Von allen Orten hört man jetzt kritische Stimmen, Politiker sprechen auf einmal von Regulierung, wo sie vor einem Jahr noch von Deregulierung gesprochen haben. Auf der anderen Seite werden Kommentare geschrieben, man möge bloss nicht überreagieren - das Feuer ist zwar verheerend, das heisst aber noch lange nicht, dass man auf Holz, Stroh und Teer als Baumaterial verzichten muss. Und manche der Kommentare klingen schlichtweg wie ein Wehrmachtsbericht aus dem Jahre 1945.

Ich stimme soweit zu, dass man natürlich nicht in blinden Aktionismus verfallen soll, wie es leider des Politikers Brot in Krisenzeiten ist. Ich bin als Wähler und Steuerzahler auch bereit, die Krise mit zu bewältigen - denn wenn die Stadt brennt, frage ich nicht als erstes nach den Brandstifern, sondern nach dem Wasser. Sicher muss aber sein, dass Konsequenzen gezogen werden, denn das Löschen ist nicht effektiv, wenn anderswo neue Brände gelegt werden. Und leider fürchte ich, dass einfach in den Markt gepumpte Gelder es nur einigen Akteuren ermöglichen, ihre Spiele weiterzuspielen.

Allerdings frage ich mich - und hier setzt die Gesellschaftskrise an - wie unsere "Eliten" den "Gewöhnlichen" die Krise und mögliche Folgen verkaufen möchten. Die üblichen Schlagwörter werden wohl kaum sonderlich viel Gegenliebe finden. Die Zukunft wird wohl eine Zukunft der Wendehälse sein, die alles schon immer so gesagt haben und sich mehr oder minder schamlos am Wortschatz der bisherigen Parias ausserhalb der "Mitte" bedienen werden.

Dieser Text ist Teil der Serie Finanzkrise

Finanzkrise, Gesellschaftskrise
Geld, Gold, Freigeld
Die Mittelschicht ist schuld!

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