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Israel hat gewählt

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Eingeordnet in: Weltpolitik

Ich habe gerade ein paar Kommentare zur Wahl in Israel gelesen. Bislang war es dort ja so, dass sich die Politiker weniger mit den Alltäglichkeiten des Lebens auseinandersetzen mussten, sondern dass das zentrale Thema der fortwährende Konflikt gegen die Palästinenser war. Bei der diesjährigen Wahl standen wohl andere Themen im Vordergrund, die vertraut klingen - Renten, Arbeitslosigkeit, politische Integrität, Wirtschaft, soziale Sicherheit.

Anstatt grossen Träumen von Sieg (Rechts) oder Frieden (Links) nachzuhängen und dabei dann alle paar Jahre die Strategie zu wechseln, hat Israel sich wohl dazu entschieden, sich im wesentlichen hinter die neu errichtete Mauer zurückzuziehen. Ihren Bau - der ja auch das Ziel westlicher Kritik war - habe ich immer begrüsst. Ihr Wert kann gar nicht überschätzt werden: seither scheinen sich die Anschläge verringert zu haben. Weniger Anschläge bedeuten weniger Racheaktionen und weniger Aufmerksamkeit der internationalen Presse. Die Gewaltspirale wird endlich unterbunden. Dabei gibt Israel nichts wirklich wertvolles preis - die Siedlungen einiger religiöser Fanatiker erscheinen vernachlässigenswert gegenüber dem Frieden des Kernlandes.

Nun gibt es doch tatsächlich Stimmen, die das kritisieren - und in einem Fall kommt die Kritik noch nicht mal aus dem eigenen Land. Daniel Pipes schreibt in Israel drückt sich vor dem Sieg darüber, dass die Israelis es aufgegeben hätten, über die Palästinenser zu siegen. Bezeichnenderweise gehört er dem Think Tank Middle East Forum an: "Promoting American Interests". Was die amerikanischen Interessen im Mittleren Osten sind ist wohl hinlänglich bekannt, und sie unterscheiden sich von den Interessen der einfachen israelischen Bürger, die mit weniger Angst in einem Strassencafe sitzen wollen.

Er schreibt:

Diese Ziele (Kriegsziele, Anm. von mir) sind einfach, statisch und binär. Die Araber kämpfen, um Israel auszulöschen; Israel kämpft, um die Akzeptanz seiner Nachbarn zu gewinnen. Ersteres ist in der Absicht offensiv, das Zweite ist defensiv. Das Erste ist barbarisch, das Zweite ist zivilisiert.

Das ist aber eine reichlich unsinnige Betrachtungsweise, denn es liegt auf der Hand, dass man sich Freunde wohl kaum mit Waffengewalt erkämpfen kann. Man kann sich Land, Rohstoffe, Einfluss erkämpfen, aber nicht Freunde. Das funktioniert gerade mal in einem Hollywoodfilm, in dem eine Frau erst mal drei Männer verprügeln muss, um anerkannt zu werden, aber nicht zwischen Staaten.

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