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"Kauf ist billiger als Miete"

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Im Bereich Immobilien scheinen mir einige Leute etwas irrationale Ansichten zu haben - "es ist besser, was eigenes zu haben" ohne weitere Begründung (so gesehen wäre es auch besser, eine eigene Kuh zu haben, anstatt Milch zu kaufen), sowie die Wahrnehmung der monatlichen Mietzahlung als eine Art Frondienst an einen mittelalterlichen Lehensherren.

Tatsächlich fand ich den Gedanken, mein mashaidaha zu besitzen ebenfalls reizvoll. Mittlerweile nicht mehr. In den laufenden Diskussionen um die Benzinpreise fiel mir auf, dass das Gejammer vor allem aus der Ecke jener kam, die sich naiverweise ein "Häusle im Grünen" geleistet haben, und nun ihre Immobilie nicht mehr loskriegen, während die Fahrtkosten unschöne Ausmaße annehmen.
Unschön kann es auch werden, wenn man sich in Nähe des Arbeitgebers niedergelassen hat und der dann abwandert.

Zudem mag man sich über Mietzahlungen aufregen - mit einer Immobilie darf man aber in den meisten Fällen eine monatliche Zahlung eben an jemand anderes, nämlich die Bank, leisten. Mit allem, was man über an "amerikanische Finanzinvestoren" verkaufte Kredite liest, wäre mir nicht sonderlich wohl bei dem Gedanken. Denn eine Mietwohnung kann ich an meine Lebensgegebenheiten anpassen, eine Immobilie, bei der ich monatlich Zinsen tilgen muss geht das nicht so einfach.

Und selbst wenn es keine Zinsen mehr zu bezahlen gibt, gibt es andere Unwägbarkeiten. Besitzer und Eigentümer in Personalunion zu sein bedeutet, dass man sich fortan um alles selbst kümmern darf. Als Eigentümer einer Wohnung wird man vermutlich bald unangenehme Erfahrungen mit einer Institution namens "Eigentümerversammlung" machen. Wenn man dann 5000 € für eine Fassadenrenovierung flüssig haben muss, stelle ich mir das ebenso unschön vor.

Eigentümer eines Hauses dürfen sich dann mit der Bedeutung des Wortes "Erschließungskosten" vertraut machen. Und falls sie der Ansicht sind, dass sie Reparaturen an ihrem Haus aufschieben können, mit dem Wort "Haftung".

Bei all dem darf die Nachbarschaft nicht vergessen werden. Ein Immobilienbesitzer klagte in einem Forum darüber, dass seine Nachbarn allesamt zu hoch gebaut hatten, und er jetzt angesichts einer verdächtig untätigen Baubehörde vorwiegend im Schatten saß. Besonders negativ wirkt es sich aber auf den Wohnwert aus, wenn man plötzlich eine vierspurige Autobahn vor der Nase hat - gebaut, um den neuen Grossflughafen und die Kernwaffenfabrik anzubinden.

Angesichts solcher Erwägungen sehe ich in der monatlichen Mietzahlung weniger einen Frondienst als die Gegenleistung für "Wohnen ohne über Details nachzudenken".

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