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Angst vor der Bombe?

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Eingeordnet in: Geschichte

Auf SPON ist derzeit eine haarsträubende Meldung zu lesen: den Briten sei wärend eines Transports eine Atomwaffe vom Lastwagen "geplumpst". Die Vision einer nuklearen Explosion wird hervorgerufen, Heinz Müller fährt auf der Landstrasse und Rumms! steigt vor ihm der Pilz auf. Ungut. Und glücklicherweise unrealistisch.

Sprechen wir von einer Atombombe, so sprechen wir nicht von Nitroglyzerin, das durch Erschütterung detonieren kann, oder eine WK2-Fliegerbombe mit Aufschlagszünder, die man tunlichst ebenfalls vorsichtig behandeln sollte.
Vielmehr ist es so, dass eine Atombombe, abhängig von Typ, nur unter bestimmten Bedingungen zünden kann. Die Sprengwirkung der Atombombe kommt zustande, indem in spaltbarem Material eine Kettenreaktion in Gang gesetzt wird, die unkontrolliert soviel Energie freisetzt, dass es zur nuklearen Explosion kommt. Dazu muss das spaltbare Material in den kritischen Zustand gebracht werden; erst dann werden im Material genug Neutronen freigesetzt, als dass die Neutronen weitere Atomkerne spalten, die neue Neutronen erzeugen - eben eine Kettenreaktion.

Angereichertes Uran wird ab einer bestimmten Menge an Uran kritisch. Wo diese Menge ungefähr liegt, hat man übrigens während des Manhattan-Prjektes per Trial & Error rausgefunden; nähert man sich der Grenze, wird zunächst erheblich viel Strahlung freigesetzt. Man sollte dort nicht zu lange verharren, möchte man nicht einem unschönen und langsamen Siechtum erleiden.

Das einfachste Design der Atombombe ist es, zwei unterkritische Massen von U235 aufeinanderzuschleudern, damit sie eine überkritische Masse ergeben und detonieren. Atombomben auf Plutoniumbasis funktionieren, indem ein Plutoniumkern von aussen liegenden Sprengladungen zusammengedrückt wird und dabei einen überkritischen Zustand erreichen.

Noch komplizierter wird die Sache im Fall von Wasserstoffbomben, die ich der Vollständigkeit halber erwähne - diese werden nicht mit Sprengstoff, sondern einer Atombombe (!) gezündet, da erst dann die Fusionsreaktion in Gang kommen kann.

Es ist unwahrscheinlich, dass irgend jemand eine Atombombe mit Aufschlagszünder baut, da Atombomben für gewöhnlich weit über dem Ziel gezündet werden. Bei einer Atombombe muss man ja nicht eine relativ kleine Sprengwirkung genau im Ziel platzieren, sondern kann statt dessen darauf vertrauen, dass Hitze, Druckwelle und Strahlung weiträumige Zerstörung verursachen werden. Zudem wird die sich kugelförmig ausbreitende Druckwelle vom Boden reflektiert und richtet im Zentrum noch mehr Schäden an.

Letzlich gab es noch weitaus schlimmere Unfälle mit Atomwaffen, so sind Flugzeuge mit Atomwaffen an Bord abgestürzt oder Raketen mit Atomsprengköpfen explodiert. Nicht, dass ich die Existenz und Handhabung von Atomwaffen verharmlosen möchte, aber die Andeutungen in dem Artikel erscheinen mir doch stark übertrieben.

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