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Farbenlehre im heise-Forum

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Im Heise-Forum gibt es die Möglichkeit, Beiträge zu bewerten, mit +,++,- und --. Je nach Bewertung wird ein Beitrag mit einem roten oder grünen Balken dargestellt. Die Idee dahinter ist, dass reine Trollbeiträge als rot markiert werden, um andere Leute vom Lesen abzuhalten; die Forenregeln schreiben von der Unterscheidung in "lesenswert" und "nicht lesenswert". Es gibt etablierte Forentrolle, bei denen die Kombination Name+Rot vorhersehbar ist. Ebenso gibt es andere, die regelmässig grün kassieren.

Bei mir selbst ist es anders: ich ernte in einem Forum tiefstes Rot und in einem anderen freundlichstes Grün. Das Problem liegt daran, dass die meisten Nutzer sich selten an die Regeln halten, sondern jene Beiträge als rot markieren, zu denen sie eine andere Ansicht haben und die als grün, die ihre eigene Meinung widerspiegeln.
Auffallend ist dabei, dass im Forum eine Art Konsens über bestimmte Themen existiert, beispielsweise: LG Hamburg = böse, Schäuble = böse, CCC = gut. Wenn man jetzt diesen Konsens bedient und einfach nur einen Spruch über das LG Hamburg vom Stapel lässt, kann man sich des grüns fast schon sicher sein, auch wenn man keinen wirklich sinnvollen Beitrag geschrieben hat. Eine ausformulierte Position, wieso der eigenen Ansicht nach ein Entscheid des LG Hamburg richtig ist oder der CCC Unsinn verzapft, verstösst jedoch gegen den Kontext und ist rot, auch wenn zumindest ich der Ansicht bin, dass eine wohl ausformulierte Gegenposition wertvoller ist als eine kurz hingeschriebene Bestätigung meiner eigenen Meinung ohne jedwede Argumentation.

Letzlich besteht die Mehrzahl der Postings im Heise-Forum (und anderswo) aus dem Austausch von etablierten Gemeinplätzen. Die gleichen Leute, die sich über (angebliche) staatliche Zensur, Medienkonglomeration, inkompetente Richter und ähnliches aufregen, halten es nicht für nötig, ihre eigenen Positionen zu begründen und sich mit Gegenpositionen argumentativ und zivilisiert auseinanderzusetzen. Da drängt sich mir die Frage auf, wie es denn in Deutschland aussähe, wenn jene Leute das Sagen hätten; Leute, die glauben, dass sie Recht haben alleine weil sie Recht haben. Ich möchte es nicht wirklich wissen.

Zu einer guten Diskussion gehört für mich, dass ich grundsätzlich bereit bin, mich auf den Gegner einzulassen, grundsätzlich bereit bin, seine Position als aus seiner Situation heraus legitim zu betrachten und grundsätzlich die Möglichkeit in Betracht ziehe, dass mein Standpunkt fehlerhaft sein könnte, etwa durch mangelndes Wissen. Alles andere bleibt auf dem frühkindlichen Niveau des "ich habe recht und ihr seid dumm, weil ich das sage!"

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