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Might & Magic VI+V: World of Xeen

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Eingeordnet in: Computerspiel

Computerspiele sind ein Teil meiner Jugend. Die ältere oder computerlose Generation wird wohl nie verstehen, was ich daran finden kann, mal wieder ein 13 Jahre altes Computerspiel zu spielen. Aber so wie ich regelmässig Hermann Hesse: Siddharta oder Der Herr der Ringe lese, spiele ich in regelmässigen Abständen alte Computerspiele durch. Battle Isle II gehört dazu, Gothic und eben auch World of Xeen.

Ich denke, Clouds of Xeen war das erste Rollenspiel, dass ich gemeistert habe. Ich hatte die Eye of the Beholder-Serie, aber dort hat mich das fehlende Automapping und das hektische klicklicklick-Kampfsystem gestört. Ich hatte Ultima VII und VII Teil 2, aber das ist nichts, was man mal eben an- und durchspielt. Für Ultima VII muss sich der herkömmliche Arbeitnehmer ein Sabbatical nehmen.

Might & Magic habe ich zuerst bei einem Freund gesehen. Der war etwas untalentiert und stürzte sich von Vertigo aus direkt auf Toad Meadow, um dort allnaslang einzugehen. Gemeinsam haben wir dann erst die Charaktere hochgelevelt und mit viel Mühe gemeinsam die Banditenbande in Rivercity ausgezaubert und, wenn ich mich recht erinnere, die Yang Knights erledigt.
Als ich das Spiel selber hatte, ging ich etwas systematischer vor. Da ich brav zunächst Joe in Vertigo entlarvte und danach die Zwergenminen mit ihren Attributverbesserern durchspielte, hatte ich den entsprechenden Bonus, um mit dem Geviech auf Toad Meadow, im Hexenturm und im Wald der Wandelnden Toten aufzuräumen. Xeen spielte sich flüssig und bot dennoch immer wieder Passagen, an denen ich etwas festhing und taktisch klüger vorgehen musste. Tragisch war jedoch, dass der Durchspielwettbewerb zwischen mir und meinem Freund jäh durch dessen Stiefvater (ein Arschloch vor dem Herrn, dies sei an dieser Stelle gesagt) unterbrochen wurde, da der dessen Computerausrüstung beschlagnahmte. Ich selbst kämpfte mich also alleine durch Darzogs Turm und befreite Crodo für die unsägliche Summe von 1.000.000 Erfahrungspunkten, bevor ich in den darübergelegenen Clouds of Xeen gegen den Endgegner antrat.

Zu meiner Überraschung war das Spiel danach nicht einfach beendet, sondern ich landete wieder in Vertigo und konnte jetzt noch einige fehlende Abschnitte durchsuchen. Von Vorteil war, dass ich in den Clouds durch eine glückliche Wendung einen "Obsidian Sabre" erhalten hatte, der in der Hand von Tyro dem Barbaren mit den meisten Gegnern kurzen Prozess machte. Die Kämpfe durch die Drachenhöhle und die Vulkanhöhle waren jedoch schwer genug. Ich staunte nicht schlecht, als ich unter der letzteren nach harten Kämpfen mit Dämonen und Teufeln die verborgene Stadt Shangri-La fand.

Nach einer für das damalige Zeitempfinden endlosen Wartezeit erschien "Darkside of Xeen", das ich zunächst für sich genommen durchspielen musste. Darkside war erheblich, wenn nicht frustrierend, schwerer. In wohlig gruseliger Erinnerung bleibt das Dungeon of Lost Souls, dessen Gorgonen schwer bezwingbar waren. Damals habe ich mittels HEX-Cheat meine Party aufgebessert.

In der Gegenwart ist derlei nicht mehr nötig. Heute sind Komplettlösungen & Strategiehilfen eine kurze Suchmaschineneingabe weit entfernt. Hinzu kommt, dass ich systematischer an die Problematik herangehe als mein jüngeres Selbst; heute vergleiche ich selbstverständlich alle Waffen und suche die beste Kombination heraus und kenne auch die Zaubersprüche "Day of Protection" & "Day of Sorcery", die Darkside so leicht wie Xeen und Xeen zu einem Spaziergang machen. Nur einen Rat habe ich nicht angenommen, mir meine eigene Mannschaft zu erstellen; Xeen ist für mich hoffnungslos mit Arturius dem Paladin (Mensch), Tyro dem Barbaren (Halb-Ork), Badger dem Waldläufer (Zwerg), Zippo dem Dieb (Gnom), Rebecca der Klerikerin (Mensch) und Seymour dem Zauberer (Elf) verbunden. Es ist noch 15 Jahre später der gleiche Automatismus: Truhe anklicken, F4 drücken (Zippo steht an 4. Stelle) und sich über eine entsprechende Schatzfundmeldung zu freuen.

Der Reiz eines Spiels wie MM 4&5 liegt für mich darin, dass diese Spiele so unverkennbar Computerspiele sind. Heutige Spiele versuchen, einen immer perfekter werdendes Abbild der Realität darzustellen, Spiele dieser Generation hingegen waren zwar dem ganz blockigen entwachsen, aber immer noch eingeschränkt. Sie erzeugten eher eine alternative Realität, wie ein Comic oder Zeichentrickfilm. Amüsantes Detail am Rande - hatte ich mir eine Zeit Geld für eine Roland SCC-1 abgespart, um endlich den AdLib-Sound zu überwinden, habe ich Xeen mit AdLib gespielt - für das letzte bisschen Retro-Gefühl, um auch Details wie das charakteristisch weiche Geräusch sich öffnender Türen zu hören. Betreffend des AdLib-Klangs gab es auch einen Bruch in der Entwicklung; ältere Spiele nutzen die Synthese-Funktionen der Soundkarte bis zum Maximum. Mit der einsetzenden Verbreitung des General Midi-Standards hingegen gingen viele Hersteller dazu über, vorgefertigte, dem General Midi-Instrumentensatz entsprechende Samples zu verwenden, anstatt die Karte selbst zu programmieren.

Wie dem auch sei, nachdem gestern Lord Xeen das Zeitliche gesegnet hat, bin ich jetzt noch auf der Darkside verabredet. Bis dann!

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Du Depp!
Depp-Bezeichner25.03.2009 18:58:54
Du bist schlicht und ergreifend ein Depp.
Lange nicht mehr solch einen Schwachsinn gehört...