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Wer in alternative Energien investieren sollte

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Vorheriger: Kulturkampf, IIINächster: Syriana
Eingeordnet in: Weltpolitik

Im Streit um die Übernahme einiger amerikanischer Häfen zeigt sich, dass die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) einen richtigen Weg einschlagen - anstatt die heute noch sprudelnden Petrodollars in nutzlose Luxusartikel (oder Al-Kaida...) zu investieren, denken sie an die Zukunft und bauen sich eine Wirtschaf für die Zeit nach dem Öl auf.
Eine wirklich sinnvolle Erkenntnis ist den Scheichs aber noch nicht gekommen: massiv in die Erforschung alternativer Energien und z. B. in eine Wasserstoffwirtschaft zu investieren. Und sie sind eigentlich die einzigen, die sich das wirklich leisten können.
Momentan gleicht der Versuch, mit dem Öl in Konkurrenz zu treten, dem Versuch eines produzierenden Gewerbes, mit einer Firma in Konkurrenz zu treten, die ihre Waren aus einem titanischen, aufgefundenen Lagerhaus holt anstatt sie selbst zu produzieren. Das Problem ist, dass das Öl die perfekte Energiequelle (sieht man mal von Treibhauseffekt ab) ist: es hat eine hohe Energiedichte und lässt sich vergleichsweise leicht transportieren und verwenden. Zudem kann ich die raffinierten Produkte des Öls mit derselben Leichtigkeit direkt an den Endverbraucher ausliefern. Im Vergleich dazu muss man für die Wasserstoffwirtschaft erst Strom erzeugen, aus Strom Wasserstoff, um Wasserstoff letztlich zur Leistung zu verwenden (tragischerweise um z. B. im Auto wieder Strom mit Hilfe einer Brennstoffzelle zu erzeugen).

Wenn man sehr kurzsichtig denkt, glaubt man daran, dass z. B. die Solarzellen irgendwann gleichauf mit dem Öl liegen bzw. billiger sind, wenn dessen Preis weiter steigt. Dies ist aber ein Fehlschluss, der nur dann der Wahrheit entspräche, wenn die Solarzellen ausserhalb des Ölwirtschaftsraumes hergestellt würden. Da aber die gesamte Industrie unter steigenden Energiekosten leidet, leidet auch die Solarzellenindustrie - denn auch Solarzellen wollen hergestellt (energieintensiv) und ausgeliefert (mit einem Lastwagen) werden. Die Kosten für Solarzellen werden also vermutlich vor dem Ölpreis hergaloppieren, es sei denn, jemand erfindet einen äusserst effizienten Prozess, um Solarzellen herzustellen. Darauf kann man zwar hoffen, sollte jedoch nicht fest damit rechnen. Insofern ist der Aufbau einer alternativen Energieinfrastruktur für die Energieverbraucher, die wir Erdölimporteure sind, recht teuer.

Die Erdölexporteure hingegen erwirtschaften Überschüsse. Vom unternehmerischen Standpunkt her müssten sie als allererste in alternative Energien investieren - denn momentan leben sie sehr gut davon, die Welt mit Öl zu beliefern, aber es ist offensichtlich, dass die Vorräte irgendwann erschöpft sein werden. Eine Firma, die ihr Lager ausverkauft, tut gut daran, von den Einnahmen neue Investitionen zu tätigen, anstatt nach der fehlerhaften Maxime "Umsatz = Gewinn" alles auszugeben. Hinzu kommt, dass gerade die arabischen Länder in einer idealen Position sind. Der weite Teil des Landes ist Wüste, der von der Sonne reich beschienen wird. Da das Land auch bei weitem nicht die Siedlungsdichte wie Deutschland aufweist, stört es nicht, ein paar Quadratkilometer mit experimentellen Kraftwerken zu belegen.

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