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Winamp vs iTunes

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Ich verwende Winamp. Und ich verwende iTunes. Das Problem ist, dass meine Musiksammlung jetzt geteilt ist - ich verwende iTunes für knapp 200 gekaufte Songs, und Winamp eine Musikbibliothek, die mehrere Tage Spielzeit umfasst. Nicht etwa, weil hier dauernd der "Esel" läuft, sondern weil ich neben digitalisierten CDs noch eine extensive Bibliothek an Spielemusik habe. Midi, Adlib, Mod, C64, Gameboy - man mag mich für etwas verschroben halten, aber ich erfreue mich an der Hintergrundmusik, die im Level "Dark Tower" von "Gargoyle's Quest" läuft oder dem Original-SID-Sound des R-Type-Levels mit dem grossen Schlachtschiff. Oder die Titelmusik von Salamander.

Nun hat einer dieser Mac-Apologeten iTunes ob seiner Nutzerfreundlichkeit in den Himmel gelobt. Dem sei anzumerken, dass Winamp nicht nur ebenfalls über eine komfortable Mediensuche verfügt, sondern dass diese sehr viel komfortabler ist. Eine Suche nach "mod" oder "sid" gibt mir ebensolche. Doch was viel wichtiger ist - bis auf die gekaufte Musik und MP3 gibt mir iTunes ganüscht. OGG gibt es, wenn man das entsprechende HOWTO studiert und sich irgendwo einen Zusatz herunterlädt und ihn tief in die Verzeichnisstruktur schiebt - was mal wieder zeigt, dass Apple genau solange benutzerfreundlich ist, wie man brav aus Jobs' Futtertrog frisst und das pralle Euter hinhält.
Was den enormen Erfolg von Winamp begründet ist jedoch nicht das "intuitive, bahnbrechende Nutzerkonzept", sondern die Offenheit. Die Zahl der Plugins für Winamp ist Legion. Standardmässig kann das Programm die üblichen Verdächtigen abspielen, aber mit den entsprechenden Tools wird es zum wahren Medienmeisterwerk. Anstelle von modplayer, sidplayer, midiplayer, oggplayer, gbsplayer usw. usf. gibt es Winamp mit Zugriff auf all diese Formate.

Firmen wie Apple predigen stets die Kundenfreundlichkeit. Aber ein Konzern schreibt nicht schwarze Zahlen, weil er kundenfreundlich ist. Das einzige, worum sich eine Firma wie Apple kümmert, ist die Hand am Euter des Kunden zu haben. Es geht nicht um Kundenzufriedenheit; es geht um Verdienst, und den erreicht man am besten, wenn man den Kunden möglichst fest an die eigenen Produkte bindet. Was den Kunden unter Umständen glücklicher machen würde, wäre mehr Freiheit - jeden MP3-Player mit iTunes synchronisieren zu können, mehr Formate abspielen zu können, eine Plugin-Architektur. Aber was der Kunde nicht weiss, macht ihn nicht heiss. Und Apple wird es ihm nicht erzählen. Deswegen geben sich zufriedene iTunes-Nutzer der Illusion hin, dass ihr Produkt etwas besonderes sei und dass es so nutzerfreundlich ist, weil sie nur ihren iPod einstecken müssen und alles synchronisiert sich. Fast alles. Freiheit, die man nicht kennt, vermisst man auch nicht.

Also lebe ich weiterhin mit einer geteilten Lösung und sehne mich danach, eine Bibliothek zu haben, die alles umfasst. Aber das gefällt Steve Jobs nicht, und der Musikindustrie nicht. Hauptsache, der Kunde zahlt und die Kasse stimmt.

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