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"Linux ist so toll"

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Vorheriger: Netgear DG834GNächster: "Prinzip Bimmelbahn"
Eingeordnet in: Computer

Heute erzählte mir jemand, dass er einen Vortrag über Linux gehört habe, warum es so toll sei. Von einem Studenten. Die Präsentation begann wohl mit einer "brennenden Windows-CD und einem Pinguin". Das war dann der Punkt, an dem ich meine Augen verdrehte und meinte, es sei für mich geklärt: der Vortrag war offenkundig subjektiv und unprofessionell.

Der Erzähler meinte, ich sollte nicht vorschnell urteilen. Also erzählte ich etwas von der Menge meiner Linux-Server, dass ich sehr zufrieden sei, von den Kosten einer Windows-Infrastruktur und so weiter. Also sei Linux billiger, wie es der Student sagte. Leider ist da allerdings noch das Wort TCO, die Gesamtkosten, die ein Produkt verursachen wird. Ein Farbdrucker um 200 € ist nicht notwendigerweise teurer als ein Farbdrucker um 50 € - über eine Laufzeit gesehen wollen Tintenpatronen mit eingerechnet werden. Drucken beide Drucker eine bestimmte Menge an Papier, so kann man einen endgültigen Preis für beide Geräte ansetzen - eben die TCO.

Im Vergleich Windows/Linux zählt unter anderem der Administrator zu den Verbrauchskosten. Es war zweifelsohne zeitaufwändiger, einen Linux-Domänenserver mit Samba zu realisieren als mit Windows NT. Mit Linux bin ich bisweilen lange beschäftigt, Dokumentation zu lesen oder das System anzupassen. Dies erhöht die TCO, vor allem wenn man berücksichtigt, dass ein einfacher Windows-Server von einer Person mit weniger Qualifikation zu handhaben wäre. Ich hätte wenig Zweifel daran, einer Kollegin die Benutzersteuerung von Windows 2003 zu erklären, die Schritte, um unter Linux einen Benutzer anzulegen und alles weitere vorzubereiten sind ungleich komplizierter.

Nun sei Linux aber immerhin sicherer. Diese Aussage lässt sich leicht treffen angesichts von Unmengen an kompromittierten Windows-Rechnern. Das ist aber in erster Linie ein Zeichen dafür, dass Windows in den meisten Fällen schlecht administriert ist. Auf die Frage hin, wie es denn mit Sicherheitsupdates steht, habe ich des öfteren eine hochgezogene Augenbraue erblickt. Wer hingegen Linux nutzt, wird aller Wahrscheinlichkeit bereits soweit sein, dass er sich der Problematik bewusst ist bzw. jemanden haben, der ihm das System fertig eingerichtet hat. In der Frage, ob Linux oder Windows unsicherer ist, stellt man also eine verschwindend geringe Anzahl an Linux-Betriebssystemen überwiegend in den Händen von fortgeschrittenen Nutzern einer Armada an Windows-Rechnern in den Händen von Nutzern mit überwiegend geringen Kenntnissen gegenüber.
Persönlich halte ich die Ansätze von Windows sogar überlegen; das System bietet sehr viel mehr inheränte und koheränte Sicherheitseinstellungen, wie beispielsweise Access Control Lists, einzelne Benutzerprivilegien (z. B. "Ändern der Systemzeit") oder die Möglichkeit, die Ausführung von bestimmten Dateitypen in bestimmten Ordnern global zu verhindern. Wenn man sich mit Windows gründlich beschäftigt, findet man erstaunlich viele Stellschrauben. Allein, und das ist für mich der Nachteil, es ist nicht konsequent genug durchgezogen worden. Das simplere Sicherheitsmodell von Linux erweist sich schliesslich als in der Praxis überlegen, weil es stringent umgesetzt ist.

Vollends disqualifiziert war der Vortragende jedoch durch die Tatsache, dass er auf ganze zwei Monate Linux-"Erfahrung" zurückblicken konnte. Das ist keine Erfahrung!

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