Die Flagge des Marasek

Dekostreifen

English

Aktuell Texte Der Comic Impressum Kalender Suche PHP-Klassen Container-Wizard main.s21

Kategorien

Buch
Computer
Computerspiele
Film
Geschichte
Gesellschaft
Idee
Kunst
Natur
Persönlich
Politik
Programmieren
Religion & Philosophie
Weblog
Weltpolitik
Weltsicht
{{login}}

Von Behauptungen

Permalink
Vorheriger: Whiskey & CocaineNächster: Netgear DG834G
Eingeordnet in: Weltsicht

Im Rahmen von Narnia und das Jesus-Trilemma habe ich gesagt, die Aussagen von Jesus seinen nicht hinreichend belegt. Gläubige Christen werden mir da widersprechen. Es gibt Apologeten, die sagen, die Existenz von Jesus sei nicht minder schlecht belegt als der gallische Krieg und Julius Cäsar oder George Washington; und da wir letztere nicht anzweifeln, sollten wir auch Jesus Christus nicht anzweifeln. Andere haben die Konstruktion in die Welt gerufen, dass unser ganzes Leben ohnehin glauben sei; setzt man sich auf einen Stuhl, so täte man dies in dem Glauben, er würde einen tragen; ohne Glauben sei kein vernünftiges Leben möglich, mithin sei es befremdlich, an Jesus Christus zu zweifeln.

Allerdings unterschlagen sie dabei, dass es auf diverse Faktoren ankommt, die ausschlaggebend sind, ob ich einer Aussage glauben schenke oder nicht:

  • Beweislage
    Die Apologeten haben insofern recht, als dass ich nicht für jede Aussage harte Beweise einfordere. In vielen Fällen schenke ich Dingen Glauben, ohne wirklich feste Beweise dafür zu haben. Mit die dünnste Beweislage ist wohl Höhrensagen, als feste Beweise können Fotos oder Filmaufnahmen gelten, oder andere Spuren; aber diese sind nicht jenseits der Manipulierbarkeit.
  • Plausibilität
    Insofern ist wichtig, wie sich eine Aussage mit meiner Erfahrung deckt. Hörensagen, dass Kollegin Z. in der Kantine war und dort Tunfisch gegessen hat, werde ich schulterzuckend Glauben schenken. Dass sie ein Ufo gesehen habe, wohl eher nicht, und auch Filmaufnahmen von einem Ufo werde ich sehr skeptisch gegenüber stehen.
  • Auswirkungen
    Ein weiterer, wichtiger Punkt sind die Auswirkungen der Aussage. Die Existenz von Atomen kann ich nicht wirklich nachweisen. Ich könnte auch über die Existenz Australiens getäuscht werden. Es hat für mich jedoch keine wirkliche Auswirkung, ob Atome existieren oder nicht; es könnten ebenso Mikrodämonen ihr Werk tun. Umgekehrt ist der relativ einfachen Aussage, ich schulde einer Kollegin 10 Euro mit mehr Skepsis zu begegnen; schliesslich geht es darum, ob ich ihr 10 Euro geben muss oder nicht.
  • Gründe des Behauptenden
    Dies führt zum nächsten Punkt: hat derjenige, der die Behauptung aufstellt, Gründe dies zu tun? Hat er einen Gewinn? Die Kollegin, die 10 Euro von mir möchte, wird immerhin einen Vorteil von 10 Euro haben, wenn ich ihrer Aussage glauben schenke.

Apologeten ihrer Religion haben selten harte Beweise, stellen aber abstruse Behauptungen auf, die sich mit der Alltagserfahrung selten decken; ihre Behauptungen hätten zudem noch starke Auswirkungen, zumindest theoretisch (praktisch folgen die wenigsten Menschen ihrer Religion, es scheint da einen Selbstschutz zu geben) und sie haben meist das Motiv, neue Konvertiten zu gewinnen. Insofern fallen alle ihre Behauptungen meist recht schnell in sich zusammen, wenn man sich an die vier Punkte hält.

Was die Beweise anbelangt, so ist ihnen zu misstrauen, wenn die anderen Punkte entsprechend schwach sind. Darin gehe ich so weit, dass ich mir selbst und meinen Erfahrungen misstraue, wenn es um bestimmte Themen geht; ich habe erlebt, dass Menschen in eher esoterischen Bereichen zu schnell bereit sind, ihre Erfahrungen in einer bestimmten Richtung zu deuten. Andererseits praktiziere ich auch keinen Skeptizismus als Selbstzweck.

Kommentieren

Bitte beachten: Kommentare sind nicht sofort sichtbar, sondern werden erst nach einer kurzen Prüfung freigegeben, sofern keine rechtliche Beanstandung vorliegt.
Rechtlich bedenkliche Inhalte werden entweder entschärft oder nicht veröffentlicht.

* Titel  
* Nickname  
* Kommentar