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Apple iPhone: mögliche Gründe des Scheiterns

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Wird das iPhone überschätzt? fragt heise. Grund sind mehrere kritische Äusserungen von Seiten bestehender Marktteilnehmer.
Das können natürlich alles Unkenrufe sein, allerdings sehe ich auch einige Schwierigkeiten für Apple. Nachfolgend einige Punkte weshalb Apple scheitern könnte - persönlich habe ich keine Prognose, was dann passieren wird.

Mit dem iPhone tritt Apple in einen Markt ein, der sich von ihren bisherigen Märkten unterscheiden: der Mobilfunkmarkt ist bereits ausgereift, dass heisst, Konkurrenten und Strukturen sind etabliert.

Apple tritt gegen mächtige Konkurrenten an, die mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung in diesem Bereich haben. Sie haben ihre Kundenbasis, sie haben die Kontakte zu Mobilfunkherstellern und sie haben - jetzt, da Mobiltelefone immer mehr Funktionen besitzen - auch ihre Entwicklerbasis. Apple kann dort nur auf den Computerbereich und die Kunden zurückgreifen.
Der Verkauf des iPods war da einfacher, das Gerät kam früh genug auf den Markt, um zum Sinnbild des MP3-Players zu werden.
Auf Grund des Mangels an Erfahrung ist es auch möglich, dass das Gerät zunächst an vielen Kinderkrankheiten leiden wird.

Ein zweiter Aspekt der etablierten Strukturen ist, dass Apple auch auf die Netzanbieter trifft, auf die Apple zwangsläufig angewiesen ist. Apple hat bislang stets klassische Lock-In-Strategien angewendet: Hardware und Software die zusammenarbeiten und zusammengehören, d. h. Macintosh und OS X, iPod und iTunes. Jetzt wollen sie ein iPhone anbieten, ohne ein iNet zu haben.
Konfliktpotenzial bietet die Brandingneigung der Mobilfunkbetreiber. Wenn man Apple kauft, muss da überdimensional der Apfel erscheinen. Wenn ich allerdings ein Handy habe, dann leuchtet es in den Farben des Anbieters. Wenn Apples ästhetischer Kontrollwahn auf den Mitteilungsdrang der Mobilfunkbetreiber trifft, wird das sicher problematisch.

Als letztes bleiben die Kunden, denen man die Investition schmackhaft machen muss. Apple ist zwar bekannt für die quasireligiöse Loyalität seiner Kunden, die ist aber auch nicht unbegrenzt und trifft hier auf bestehende Kundenbindungen zu den etablierten Herstellern. Es ist auch die Frage, ob das Touchpad-Konzept allzuviele Nutzer begeistern wird. Ich persönlich bevorzuge den Druckpunkt einer mechanischen Tastatur und wünsche mir zudem ein Telefon mit möglichst wenig Schnickschnack.

Aber im Endeffekt ist Apple vermutlich weniger abhängig vom Erfolg des iPhone an sich. Apples längerfristige Strategie dürfte es sein, sich als Lifestyle-Firma zu etablieren, die eine Reihe von Gadgets herstellt, darunter auch Computer und das iPhone. Daher gehe ich davon aus, dass Apple mehr in die Breite gehen und sein Portfolio um weitere Gerätschaften erweitern wird. Da jedes Gadget letzlich den Hunger auf die Marke und den Lifestyle erzeugen kann (Apple verkauft hauptsächlich Marke und Lifestyle), gewinnt die Firma so oder so.

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