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Die Energiebilanz

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In der Diskussion um schrumpfende Energieressourcen und steigenden Bedarf hört und liest man des öfteren folgende Aussage: "Wenn der {Öl|Uran}preis steigt, dann wird es wirtschaftlich, neue, bis jetzt zu teure Vorkommen auszubeuten". Wie ich kurz in einem vorangegangenen Text angerissen habe, ist das natürlich Unsinn.

In der Freien Marktwirtschaft bildet sich der Preis einer Ware irgendwie aus Nachfrage, Angebot und Psychologie. Marktpreise sind relative Werte, die starken Schwankungen unterliegen können. Der Preisbildungsmechanismus tendenziell chaotisch und nicht vorhersagbar. Alleine den marktwirtschaftlichen Preis zu betrachten, ergibt zum Beispiel bei der Förderung von Gold Sinn. Am heutigen Tage kostet ein Gramm Gold 15 €. Dieser Preis entspricht dem, was sich aus der Notwendigkeit des Goldherstellers ergibt, kostendeckend zu arbeiten und dem Bedarf anderer Menschen am Golde. Steigt dieser Bedarf, wird der Preis ansteigen, was aber wieder die Nachfrage ausregeln wird, da ich beispielsweise durchaus 15, aber nicht 30 € für ein Gramm Gold bezahlen würde. Bei einer stetig hohen Nachfrage würden sich alte Lagerstätten schneller erschöpfen. Eine neue zu erschliessen, bei der z. B. weniger Gold im Erz vorhanden ist, die Förderung also aufwändiger und mithin kostenintensiver wäre, lohnt sich, wenn der Hersteller erwarten kann, dass die Nachfrage anhält. Dies ist vor allem dann zu erwarten, wenn Gold eine "reale" Anwendung hat (etwa in der Industrie) und sich dort nicht substituieren lässt. Das ist natürlich eine sehr vereinfachte Betrachtung des Marktverhaltens.

Bei einer Energieressource sieht die Sache anders aus. Die Energieressource hat einen absoluten Wert: ihren Energiegehalt. Erdöl hat einen Gehalt von etwa 10 Kilowattstunden / l. Habe ich, vereinfacht gesprochen, ein Ölfeld, eine Pumpe und einen Generator, so bleiben mir, wenn die Pumpe einen Verbrauch von 1 KWh hat, um einen Liter zu fördern, 9 KWh für mein Vergnügen übrig (dies lässt ausser acht, dass Erdöl raffiniert werden muss). Streng betrachtet kommt noch die Energie hinzu, die ich einst benötigte, um den Generator, die Pumpe und die Rohrleitungen zu bauen, und um das Ölfeld anzubohren. Enthält das Ölfeld Energie im Wert 100 KWh, ich benötigte aber 150 KWh um meine Anlagen einzurichten, nutzt mir die Förderung nichts, da ich mehr investieren musste, als ich jetzt erhalte.
Ebenso stellt sich die Problematik beim Förderungsaufwand. Bei besonders guten Ölfeldern - wie beispielsweise im Irak - sprudelt das Erdöl fröhlich aus dem Bohrloch. Die Pumpenergie entfällt. In dem Fall steht - abgesehen von Raffinierung und Wartung der Anlagen - tatsächlich die gesamte Energiedichte des Öls zur Verfügung. Bei einem Feld, bei der Öl aus grosser Tiefe gesaugt werden muss, verschiebt sich die Bilanz.
Dort, wo die Ölförderung mehr Energie verbraucht, als nachher gewonnen wird, ist die Förderung Unsinn. Selbiges gilt natürlich für Uran und alle anderen zur Energiegewinnung geförderten Rohstoffe auch.

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