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Eine zweijährige Probezeit ist schädlich

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Eingeordnet in: Gesellschaft, Weblog

Die Verlängerung der Probezeit wurde bereits in Deutschland angesprochen und schnell wieder verworfen. Glücklicherweise. Die Regelung ist nämlich schädlicher als es zunächst erscheinen mag. Problematisch ist, dass ein Mitarbeiter zwei Jahre lang hauptsächlich an seinen Job und nicht an das Unternehmen denken wird.

Die moderne menschliche Gesellschaft ist bekanntermaßen arbeitsteilig. Ich erledige Aufgaben, die mein Chef entweder nicht erledigen kann oder will. Dies mache ich nicht so sehr für meinen Chef, sondern für die Firma, der im Grunde auch der Chef untergeordnet ist. Selbst wenn dem Chef die Firma gehört, ist er ein Teil des Ganzen und nicht absolutistischer Herrscher des Ganzen ("Die Firma bin ich!").
Um meine Aufgaben richtig zu erledigen, muss ich bisweilen auch dem Chef widersprechen, bis an den Punkt der Verweigerung. Angenommen, mein Chef wollte, dass ich den zentralen Fileserver ungesichert ans Netz hänge, so bin ich ein schlechter Mitarbeiter, wenn ich es tue, und ein guter, wenn ich mich weigere, und erkläre, warum ich mich weigere.
An dieser Stelle kommt Kommunikation ins Spiel - im Idealfall kann ich dem Chef vermitteln, was ich wieso tue. Weil er darauf vertraut, dass ich mein Handwerk beherrsche, lässt er mich gewähren.

Ich habe schon Situationen erlebt, in denen diese Kommunikation schwer möglich war, etwa weil der Chef eine, sagen wir, "problematische Persönlichkeit" hatte. Zu meinen Unizeiten gab es in einer Abteilung einen besonders tyrannischen Professor, der es geschafft hatte, dass seine gesamte Mitarbeiterschaft in Angst und Schrecken oder Resignation lebte. Da sich niemand traute, ihm zu wiedersprechen, bekam er auch keine Rückmeldung mehr darüber, ob ein Vorhaben von ihm erfolgversprechend war oder nicht. In einer Situation, in der ich etwas vorschlagen wollte, ging es sogar soweit, dass mich die anderen Mitarbeiter davon abhielten, aus Sorge, er könnte denken, dass sie mich "angestachelt" hätten.
Seine schwierige Persönlichkeit hielt nicht nur seine Abteilung, sondern naturgemäss das ganze Institut in Atem. Damit war es nicht mehr nur ein Problem der Mitarbeiter, sondern letzendlich Universität.

Wenn Mitarbeiter von vorneherein geschwächt sind, wird dieser Entwicklung nur Vorschub geleistet. Das kann auf Dauer erheblich mehr Schaden anrichten.

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