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Apple Computer wird zu Apple

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Eingeordnet in: Computer

Laut heise hat Apple den Bestandteil "Computer" aus seinem Namen gestrichen. Dies ist der folgerichtige Schritt, der sich aus der Tatsache ergibt, dass der Hauptumsatz des Unternehmens gar nicht mehr im Computerbereich gemacht wird.

Apple ist eine Lifestyle-Company. Das Hauptprodukt von Apple ist immer die Marke und der damit verbundene, angebliche Lebensstil. Sie stehen damit in einer langen Reihe anderer Firmen, bei denen das Produkt ebenfalls zugunsten der Marke in den Hintergrund gerückt ist.

Das Problem von Apple Computer war allerdings lange Zeit, dass der Computermarkt kein Markt ist, auf dem ein Lifestyle gekauft wird.
Ich sehe auf dem Computermarkt drei Hauptkunden, die wesentlichen Anteil am Markt haben:

  • Gamer, die hochgezüchtete Maschinen wollen
  • Büroanwender, bei denen es um solide Zuverlässigkeit sowie gute Integrationsfähigkeiten und Sicherheit geht
  • Endanwender, die ihren PC als Schreibmaschine und Internetterminal benutzen

Bei den Gamern hatte Apple keine Chance. Das Schicksal war besiegelt, als die ersten 3D-Grafikkarten herauskamen; ihr Erfolg war bedingt durch eine offene Architektur wie den IBM-kompatiblen PC. Unterstützt wurde die Entwicklung Microsoft, das mit seinem DirectX mit zu dem Erfolg von Windows als Spieleplattform beitrug. Mittlerweile ist die Apple-Architektur offen genug, um auch 3D-Karten zu unterstützen, aber jetzt ist es erst mal zu spät.

Der Büroanwender hatte 1998 die Wahl zwischen Windows 95, 98, NT und MacOS. Lediglich NT bot Fähigkeiten, die für ein sicheres und komfortables Arbeiten in einem Büronetzwerk unverzichtbar sind: single sign on und verschiedene Nutzerprivilegien. Betriebssysteme wie Windows 9x und MacOs Classic sind letztlich nicht geeignet, möchte man verhindern, dass Nutzer den Firmenrechner nach ihrem Belieben gestalten. Windows 9x fand sich leider auch in vielen Firmen; immerhin liess es sich in ein Windows-Netzwerk einbinden und stellte eine kostengünstige Alternative dar.
Apple hätte an diesem Bereich durchaus knabbern können, macht jedoch bis heute einen wesentlichen Fehler: sie richten sich einfach nicht an die Käufer. Der Büroanwender - besser gesagt, der, der die Rechner beschafft - ist nicht interessiert an Design und Lifestyle. Für das Büro bestellt man auch Schreibtische in "lichtgrau" und Schränke extra für Leitz-Ordner. Lifestyle hat die Eigenheit, bei eher sachlicher Arbeit schnell fremd und störend zu wirken.
Microsoft ist übrigens auf dem Weg, einen ähnlichen Fehler zu machen: ich glaube kaum, dass die IT-Abteilungen sich über ein dermaßen auf den "digital Lifestyle" des Endanwenders getrimmtes Vista freuen werden.

Der Endanwender, der den Computer hauptsächlich als Schreibmaschine und Surfstation nutzt, wäre letzlich gleichermaßen gut mit einem Apple oder einem Windows-PC bedient gewesen. Und man muss sagen, dass Apple sinnvolle Anstrengungen in diesem Bereich unternimmt, etwa durch die mac mini-Linie oder auch den iMac. Aber auch hier hat Apple sich durch den Lifestyle geblockt. Sie haben wohlaussende Switcher präsentiert und uns gezeigt, was man alles mit den Medienmaschinen machen kann. Nur ist Heinz-Harald H. (57, Frührentner) aus Recklinghausen nicht der Typ, der mit dem Camcorder rumläuft, seine Videos digitalisiert und dann mit rockiger Musik unterlegt als DVD brennt.

Apple TV, iTunes, iPhone - das sind Produkte, in denen Apple seine Stärken ausspielen kann. Handys werden von Jugendlichen nicht ob der Leistung im Kernbereich (telefonieren) gekauft, sondern ob der Gimmicks. Ebenso wage ich es zu bezweifeln, dass die wesentliche Mehrheit den iPod auf Grund "intuitiver Menüführung" gekauft hat, sondern deswegen, weil er ein Statussymbol ist.

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