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Strategie

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Eingeordnet in: Gesellschaft

Heute habe ich einen kurzen "Strategie-Test" im Internet gemacht, welchen der Meisterstrategen ich am ehesten entspreche. Zur Auswahl stehen Sun-Tsu, Musashi, Hagakure (Sammlung), Seneca, Machiavelli und Clausewitz. Ich lag bei Machiavelli und Hagakure.

Allerdings hatte der Test aus meiner Sicht einige Schwächen:

Wohnungsfrage

Ich habe Interesse an einer Mietwohnung und erhalte einen Besichtigungstermin für 18 Uhr. Es ist davon auszugehen, dass davor andere Bewerber erscheinen. Wie verhalte ich mich?
A. Ich versuche einen früheren Termin zu erhalten.
B. Ich erscheine um 18 Uhr.

Ich nahm B und das wurde als "keine Strategie" ausgelegt, da ich lediglich die Rahmenbedingungen akzeptiere. Das ist aber, zumindest, was mich betrifft, falsch, da ich dies bewusst mache.
Ich habe selber schon Zimmer inseriert und kann daher auch die Vermietersicht einnehmen. Es gab tatsächlich Anrufer, die versucht haben, die Regeln zu umgehen - einerseits schon dadurch, dass sie früher angerufen haben als erbeten, dass sie früher kommen wollten, dass sie mehr zahlen wollten und ähnliches. Ich habe mir alle Bewerber angeschaut und eine Liste mit Notizen geführt. Dann habe ich mir ein Wochenende Zeit genommen und danach die aus meiner Sicht passenden Kandidaten angerufen.
Wer da versucht hat, jeden noch so kleinen, möglichen Vorteil zu erlangen hat eher schlechte Karten gehabt; erfahrungsgemäss sind das Menschen, mit denen ich dann wieder an anderer Stelle Ärger habe. Bei einem Vermieter gehe ich nicht davon aus, dass er dem Nächstbesten die Wohnungsschlüssel in die Hand drückt, sondern andere Faktoren zählen.

Steuerfrage

Mir als Politiker wird der Vorschlag herangetragen, Unternehmen, die auf Grund der Steuern ins Ausland gehen wollen, niedrigere Steuern anzubieten als Anreiz:
A. Nein, das Recht ist für alle gleich und nicht verhandelbar.
B. Ja, dadurch bleiben die Arbeitsplätze und die (geringeren) Steuergelder im Land, wovon letzlich alle profitieren.

Meine Antwort A wurde ebenfalls als "keine Strategie" ausgelegt, da ich nichts täte. Problematisch ist an dieser Frage, dass es eben nur zwei Antworten gibt, handeln, oder nicht handeln. Da ich B aber falsch finde, muss ich zwangsläufig nicht handeln.
Aber auch A. folgt einer strategischen Erwägung. Wenn ich in der Steuerfrage nachgebe, hat das mehrere negative Konsequenzen, denen ungewisse positive gegenüber stehen.

Zum einen zeige ich Schwäche. Als Herrscher demokratisch legitimierter Staatschef sollte man das tunlichst vermeiden, da eine Drohung weitere Drohungen nach sich ziehen wird. Das ist leider schon bekannt aus der Tagespolitik. Umweltauflagen? Wir gehen ins Ausland. Sozialabgaben? Ausland. Steuern? Ausland.
Zum anderen federe ich Konsequenzen ab. Jedes Land, jedes Konzept hat Vor- und Nachteile. Deutschland hat hohe Steuern und Abgaben, dafür haben wir Rechts- und Investitionssicherheit, es kann nicht einfach jemand die Produkte nachbauen wie in China, die Luft ist relativ sauber (ein Kollege, der aus China zurückkehrte, war drei Tage lang heiser), es gibt ein gutes Bildungssystem und mithin ausgebildete Fachkräfte, eine solide Infrastruktur und weiteres. Wenn jemand nur die Infrastruktur mitnimmt, aber die Steuern nicht zahlen möchte, ist das nicht nur ungerecht, sondern wird auf lange Sicht Folgen haben: die Leistungen des Staates werden immer schlechter, worauf der Vorteil Deutschland schwindet.
Drittens entfremde ich die Bürger von meiner Politik, da sie mehr und mehr davon ausgehen, dass "die da oben" sowieso "machen was sie wollen". Weil dem so ist, kann man selbst natürlich auch schauen, wo man bleibt. Und genau das haben wir zur Zeit: weite Teile des Volkes haben kein Vertrauen mehr in die oder eine andere Regierung. Und die vorgelebte Bedienermentalität ist unten angekommen.
Zuguterletzt nutzt die Maßnahme mitunter auch gar nichts, da viele Unternehmen ihre Produktion am Ende dennoch verlagern werden.

Moniert wurde, dass meine Antwort keiner zielführenden Strategie entspricht. Es gab aber nicht die Auswahl, es fehlte z. B. noch "C. Ich senke generell die Steuern".

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