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Steigerung der Persönlichkeitsstörung

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Vor kurzem habe ich mich über einen gewissen Konzern mit einer Persönlichkeitsstörung ausgelassen. Derlei Störungen sind bei natürlichen Personen schon anstrengend genug, jedoch ist es mir bislang noch nicht untergekommen, dass Dritte herangezogen wurden: "Guten Tag, ich bin der Störungspartner von D und möchte Sie ein wenig belästigen..."

Konzerne jedoch können Vertriebspartner haben, und so begann die Tragödie, als mich der Subunternehmer des gestörten Konzerns anrief. Man würde doch gerne mein gesamtes Tarifgestrüpp auf ein Gesamtpaket zurückstutzen: Telefonflatrate, DSL, DSL-Flatrate in einem für rund 50 €. Dem war ich prinzipiell nicht abgeneigt, hatte ich mich davor irgendwann etwas gegrämt, dass ich eben so einen Tarif nicht habe. Allerdings muss ich anmerken, dass meine monatlichen Telefonkosten zwischen 0 und dem Gegenwert einiger abgewogener Gummibärchen schwanken, deswegen habe ich mich nicht sehr gegrämt.
Jedenfalls sollte ich meine aktuelle Telefonrechnung herbeizaubern, die sich meines Wissens nach auf etwa 45 € belief, insofern meinte ich, mit dem Komplettpaket - eingedenk meiner geringen Telefonkosten - tendenziell schlechter dran zu sein.
Der Verkäufer begann sein Spiel in Richtung "jaaa, aber wenn sie einmal in Hamburg anrufen..." und ich würde doch sicherlich ab und an mal telefonieren und läge bei 56 € usw usf. Als ich nicht so recht darauf einstieg, meinte er, er könne alles einsehen, Name, Anschrift, mit wem ich telefoniert habe wann wohin.
Die Diskrepanz zwischen seiner Forderung, meine Telefonrechnung hervorzukramen und die Behauptung, er könne alles einsehen, löste meinen "da möchte mich jemand verar..."-Mechanismus aus. Also habe ich ihm gesagt, er solle mir doch bitte die Höhe meiner letzten Rechnung sagen, wenn er es denn so genau wüsste. Ich beharrte auf dieser Forderung und fand mich plötzlich alleine am Telefon wieder - er hatte mich nicht mehr gemocht.
Kurze Zeit später klingelte das Telefon erneut, diesmal begann eine Dame ihr Spiel, wurde jedoch mitten im Satz abgewürgt, wer weiss warum. Unter der Dusche stehend vernahm ich den Ruf des Telefons erneut und hob leicht plitschernd und sehr schlecht gelaunt ab, um das sich ankündigende Spiel mit einem "Ja, ich bin der Anschlussinhaber und ja, sie können das gerne umstellen" abzukürzen.

Nachdem einige grundlegende Formalitäten geklärt waren, wollten sie noch meine Bankdaten, um die Kosten in Zukunft abbuchen zu können, das müsse so sein und ich könnte das nach dem ersten Abbuchen ja stornieren. No way, denn einerseits weiss ich gerne, wann was gezahlt wird und andererseits bin ich paranoid genug um nicht jedermann meine Kontodaten rauszurücken. Plötzlich war die Abbuchung dann auch nicht mehr notwendig, danke, auf Wiederhören.

Um ungewollte Vertragsänderungen gab es bei jenem Konzern demletzt Scherereien mit Verbraucherschutzverbänden. Das Prozedere scheint abgeändert worden zu sein, denn anders als beim letzten Mal musste ich mich diesmal identifizieren (Kundennummer, Name, Geburtsdatum).
Es ist naheliegend, dass die Vertriebspartner pro abgerungener Vertragsänderung eine Erfolgsprämie kassieren; weiters führt mich das zu der Vermutung, dass die Callcenter-Agenten ein "Nein" des Kunden als "Vielleicht" und ein "Vielleicht" als "Sofort" interpretiert haben. Auf diese Weise können die Callcenter tatsächlich nur die Daten jener Kunden übermitteln, die mit der Änderung einverstanden sind.

Dieser Text ist Teil der Serie Geheimnisse des Kapitalismus

Kafkaeske Einkaufserlebnisse
Trockenwasser (Geheimnisse des Kapitalismus, Teil I.)
WLAN (Geheimnisse des Kapitalismus, Teil II.)
Kommunikation mit Firmen
Portale
Konzern mit dissoziativer Persönlichkeitsstörung
JPEG, Digitalkamera
Digitale Spiegelreflex als Grabbelware
Steigerung der Persönlichkeitsstörung
Homepages von der Magentacom
"Lizenzkauf"

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