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JPEG, Digitalkamera

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Ich habe eine gewisse Aversion gegen das JPEG-Format. Für mich sticht das Wort Verlust in verlustbehaftet allzusehr heraus, was vielleicht daran liegen mag, dass ich ein unverbesserlicher Perfektionist sein kann, gerade im Bereich Grafik. Die Feinde meines Perfektionsdranges sind verlustbehaftete Kompression, Rotation ausser in 90°-Schritten, Skalierung, vor allem asymmetrisch und nicht in 25%-Schritten.

JPEG an sich ist zwar eine gute Idee (man stelle sich vor, alle Grafiken im Internet wären entweder GIF oder PNG), das Format leidet, aber, wie so oft an der Dämlichkeit der Anwender:

  • Schriftzüge mit harten Kanten und wenig Farben mit JPEG komprimiert, möglichst höhere Kompressionseinstellung, damit die Artefakte an den Kanten besser zum ästhetischen Gesamteindruck beitragen können
  • Als Beitrag für einen zu druckenden Katalog erhält man ein übelst zusammenkomprimiertes Logo in Web-Qualität
  • Eine 6 Megapixel-Kamera mit grandioser Optik liefert Bilder mit Kompressionsartefakten, die jedes Detail in kleine Blöckchen zerlegen.

Letzterer Fall brachte mich dazu, in den Laden zu gehen und die Kamera zurückzugeben. Mir hat ein Stück das Herz geblutet - die Kamera war wirklich gut. Die Bedienung hat freie Auswahl gelassen zwischen "drücken->Foto" und manuellen Spielereien, der Sensor hat recht wenig Farbrauschen produziert, der Zoom hätte für allerlei unsittliche Handlungen in Zusammenhang mit Nachbarn getaugt - und dann geht der Kompressionsalgorithmus daher und zerpflückt das Bild in einzelne Blöcke. Der Nutzen, einen Bildausschnitt zu vergrössern, war dahin.

Das sind immer die Momente, in denen ich mich wirklich über ein Produkt ärgere. Ich habe kein Problem mit der Regel "You get what you pay for", wenn das Kostenfaktoren wie Sensor, Objektiv, Funktionen und ähnliches betrifft. Dort kann ich dann abwägen, Prioritäten setzen und habe halt entweder mehr Leistung oder mehr Geld. Ich sehe jedoch nicht, warum es für den Hersteller irgendeinen Unterschied machen sollte, den JPEG-Schieberegler von "5" auf "10" zu setzen bzw. mir diese Einstellung zu überlassen. TIFF wäre nett, RAW noch mehr, aber da kann ich verstehen, dass man eben auch etwas für die höheren Modelle aufsparen möchte. Aber JPEG 5 anstelle von 10 riecht zu sehr nach "künstliche Beschränkung".

Dieser Text ist Teil der Serie Geheimnisse des Kapitalismus

Kafkaeske Einkaufserlebnisse
Trockenwasser (Geheimnisse des Kapitalismus, Teil I.)
WLAN (Geheimnisse des Kapitalismus, Teil II.)
Kommunikation mit Firmen
Portale
Konzern mit dissoziativer Persönlichkeitsstörung
JPEG, Digitalkamera
Digitale Spiegelreflex als Grabbelware
Steigerung der Persönlichkeitsstörung
Homepages von der Magentacom
"Lizenzkauf"

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