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Konzern mit dissoziativer Persönlichkeitsstörung

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Vor kurzem rief mich ein namhafter deutscher Telekommunikationskonzern an. Bei diesem habe ich seit mehr als fünf Jahren einen DSL-Anschluss und eine dazugehörige Flatrate. Summa summarum werde ich für alle Dienste (inkl. Telefon) zusammen um die 74 € pro Monat los, ohne dass ich den Telefonhörer abgehoben habe, was allerdings selten genug passiert. Das ist angesichts dessen, dass einem günstigere Komplettpakete nachgeschmissen werden, natürlich recht hoch, und bereitete den Mitarbeitern jenes Konzerns wohl Kopfschmerzen, denn es bestand die Gefahr, dass ich zu der grünäugigen Frau oder gar dem blauen Anbieter wechseln würde.

Ich wurde also von einem Mitarbeiter besagten Konzerns angerufen und mir wurde das Angebot unterbreitet, ich könne doch einen anderen Tarif nehmen. Flatrate 1/3 so teuer und DSL schneller. Er wolle mir Informationsmaterial zuschicken mitsamt dem Antrag.

Als besondere Serviceleistung entschied er sich jedoch anscheinend, mir die schwere Bürde der Entscheidung abzunehmen, so dass ich direkt einen Bescheid ins Haus bekam über eine bevorstehende Änderung meines Vertrages - 6000 anstatt 1000 Kilobit sollten es in Zukunft sein.

Nun läuft bei mir nicht der Rechner Tag und Nacht und saugt am Esel. 6000 Kilobit sind zwar schnell, jedoch kann ich nicht ganz glauben, dass es mir einen wirklichen, unverzichtbaren Vorteil bringt. Warum mehr zahlen, wenn damit nur gelegentliche Wartezeiten kürzer werden?
Wobei ich ja eigentlich weniger zahlen sollte, denn die sechs mal schnellere Variante ist immer noch billiger als der gegenwärtige Tarif.

Daher bin ich heute dem knalligen, weithin Magenta gefolgt und habe mich erkundigt.
Die Dame konnte mir wenig weiterhelfen. Es sei nicht ihre Firma. Ich blieb beharrlich und zeigte auf den knalligen Buchstaben und die Rechnung. "Sehen Sie", sagte ich siegesgewiss, "ein und dieselbe Marke."
Doch die Dame blieb resolut: anderer Bereich. Sehen sie, und zeigte auf ein Komplettpaket, DSL, Flatrate und Telefon, wenn sie das hätten, wäre es kein Problem. Ihr Teil des Konzerns steht also mit einem anderen Teil des Konzerns in Konkurrenz.

Worauf ich entschied, dass die juristische Person des Konzerns ein Fall für den Psychiater sei, dissoziative Identitätsstörung.

Dieser Text ist Teil der Serie Geheimnisse des Kapitalismus

Kafkaeske Einkaufserlebnisse
Trockenwasser (Geheimnisse des Kapitalismus, Teil I.)
WLAN (Geheimnisse des Kapitalismus, Teil II.)
Kommunikation mit Firmen
Portale
Konzern mit dissoziativer Persönlichkeitsstörung
JPEG, Digitalkamera
Digitale Spiegelreflex als Grabbelware
Steigerung der Persönlichkeitsstörung
Homepages von der Magentacom
"Lizenzkauf"

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