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Der A380

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Eingeordnet in: Politik, Weblog

Gerade sieht es fast danach aus, dass aus dem Prestigeprojekt A380 ein Blamageobjekt für die Europäer wird. Schon ätzen US-amerikanische Blogger, die jetzt den Gruss aus dem alten Europa abschmieren sehen.

Aber wundert das jemanden? Das Projekt ist von vorne bis hinten politisch, und wenngleich meine Erfahrung im Flugzeugbau als marginal einzustufen sind, weiss ich, dass "Politik" bei der Arbeit fast immer Ärger bedeutet (sofern man nicht Politiker ist, aber da vermutlich auch).

Es beginnt schon mit Airbus an sich, einem europäischen Projekt. Europäisch bedeutet oft genug, dass man schön gemeinsam europäisch handeln möchte, aber hintenrum immer fürchtet, dass die anderen mehr vom Kuchen abbekommen als man selbst. Die Staaten fördern diese Projekte und möchten natürlich, dass so viel wie möglich in eigenen Gefilden abfällt. Kein Wunder also, dass sich die beteiligten Parteien untereinander mißtrauen.
Ergebnis dessen ist, dass man die Einzelteile des A380 an einzelnen Standorten bauen und am Schluss zusammenbauen möchte. Nun ist es aber anscheinend so, dass der Produktionsprozess bei weitem noch nicht ausgereift ist und jetzt Verbesserungen schwierig sind. Es scheint mir, als habe man die Probleme, die bereits die Ingenieure des Turms zu Babel hatten.

Dann haben wir den Standort Hamburg. Um den gab es in der Vergangenheit immer wieder Gezerre, etwa ob und wieviel vom Mühlenberger Loch zugeschüttet werden darf oder ob Grundstückseigner ihre Obstbaumwiese rausrücken wollen. Die Stadt hat mit Nachdruck die Entscheidung durchgeboxt, um den Standort A380-tauglich zu machen. Es ist nachvollziehbar, dass die verantwortlichen Politiker sich jetzt in die Angelegenheit einmischen wollen.
Es ist allerdings auch fraglich, ob es Aufgabe des Staates sein soll, Unternehmen den Weg freizumachen. Das Unternehmen hat jetzt eine Last am Hals, die es sich aber selbst mit eingebrockt hat.

Es wäre vermutlich sinnvoller, nicht Flugzeugteile, sondern Flugzeugtypen auf die Standorte zu verteilen, damit sich die Entscheidungswege verkürzen und sich ein lokaler Erfahrungsschatz herausbilden kann. Ansonsten muss man sich die Frage stellen, ob derart politisierte Unternehmungen in einer angeblich freien Marktwirtschaft angebracht sind.

Wenn Airbus jetzt bei Material und Qualitätssicherung sparen möchte, werde ich Flugreisen wohl weiter aufschieben.

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