Die Flagge des Marasek

Dekostreifen

English

Aktuell Texte Der Comic Impressum Kalender Suche PHP-Klassen Container-Wizard main.s21

Kategorien

Buch
Computer
Computerspiele
Film
Geschichte
Gesellschaft
Idee
Kunst
Natur
Persönlich
Politik
Programmieren
Religion & Philosophie
Weblog
Weltpolitik
Weltsicht
{{login}}

Whitelist vs. Blacklist

Permalink
Vorheriger: GatlingNächster: Herrliches Art-Deco
Eingeordnet in: Gesellschaft

Wenn es um das Befolgen von Regeln geht, scheint es zwei Ansätze zu geben: der strengere, "Alles, was nicht erlaubt ist, ist verboten" und der liberalere, "Alles, was nicht verboten ist, ist erlaubt".

Eine Firewall folgt beispielsweise dem ersten Prinzip. Trifft ein Paket aus dem Internet ein, werden sämtliche Regeln abgearbeitet und entsprechend reagiert. Am Ende der Regelkette steht üblicherweise "REJECT", ablehnen. Der weise Systemadministrator macht erst alles dicht und dann diejenigen Ports auf, die benötigt werden.

Ein Beispiel für den zweiten Ansatz ist der Spamfilter, der mit einer Blacklist funktioniert. Es wird zunächst alles durchgelassen, nach und nach werden Nachrichten nicht angenommen. Umgekehrt ist natürlich auch der Einsatz einer Whitelist möglich: jede Mail wird zurückgewiesen, bis auf einige Ausnahmen (also wie bei der Firewall).

Bei einer Firewall ergibt eine Whitelist als Grundlage Sinn: das Internet wird im allgemeinen als Feindesland betrachtet. Umgekehrt ergibt die Blacklist beim Spamfilter ebenso Sinn, da man üblicherweise den Großteil des Mailaufkommens als nützlich ansieht.
Schon beim Spamfilter ergeben sich aber Probleme: das Spamaufkommen steigt täglich, ausserdem lassen sich Absender beliebig fälschen. Man benötigt also etwas zwischen den Extremen Whitelist und Blacklist. Als Lösung soll hier der bayesische Spamfilter von Mozilla (ab 1.2.1) Erwähnung finden; der untersucht einkommende Mails auf Reizwörter. Money alleine geht durch, aber Money in Kombination mit make fast und opt-out wird verworfen. Funktioniert übrigens gar wunderprächtig

Auf die Gesellschaft angewendet, findet man den Whitelist-Ansatz üblicherweise bei Konservativen und Rechter (insoweit es nicht um das Zahlen von Steuern geht...), den Blacklist-Ansatz bei Liberalen und Linker. Konservative gehen von der Schlechtigkeit des Menschen aus, davon, daß man die blöde Masse mit intelligenten Führern steuern muss, um wilde Sexorgien und allgemeinem Verfall von Moral und Anstand zu vermeiden. Linke hingegen vermuten das Gute im Menschen, der gute Mensch, der vom bösen Monopolkapital und schwanzgesteuerten Patriarchat unterdrückt wird; ach wie herrlich wäre doch die Welt, wenn man endlich alle schwanzgesteuerten Monopolkapitalpatriarchen an die Wand gestellt hätte...

Beide Ansätze taugen für die Praxis nicht, da sie jeweils ein Menschenbild als 100% zutreffend auf die Mehrheit der Menschen voraussetzen. Zudem kann man eine Gesellschaft nicht nach der Art einer Firewall oder eines Mailfilters planen; wir sind Lebewesen, keine programmierbaren Maschinen.
Was aber ist die dritte Alternative? Ganz einfach: Erkenne den Geist des Gesetzes und entscheide selbst, was verboten und was erlaubt sein muss.

Den Geist des Gesetzes zu erkennen, ist nicht weiter schwer. Jedes gute, gerechte Gesetz dient dem Menschen, soll Schaden von ihm abwenden. Insofern darf man sich nicht die Frage stellen, ob etwas erlaubt oder verboten ist, sondern ob es schädigt oder nicht.

Kommentieren

Bitte beachten: Kommentare sind nicht sofort sichtbar, sondern werden erst nach einer kurzen Prüfung freigegeben, sofern keine rechtliche Beanstandung vorliegt.
Rechtlich bedenkliche Inhalte werden entweder entschärft oder nicht veröffentlicht.

* Titel  
* Nickname  
* Kommentar