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Israel und der Clash of Cultures

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Eingeordnet in: Weltpolitik

In dem Artikel "Warum Israel richtig reagiert" verteidigt der Publizist Matthias Küntzel den gegenwärtigen Libanonkrieg und ermahnt die Pazifisten und Kritiker, man möge Israel doch bitte unterstützen:

"Wenn sich heute die Frauen und Männer der israelischen Streitkräfte unter Einsatz ihres Lebens diesem apokalyptischen Programm (des Islamismus) an "vorderster Front" entgegenstellen, schulden wir ihnen dann nicht zumindest unsere Solidarität?"

Israel als Kämpfer gegen den Islamismus an vorderster Front zu sehen, ist ein beliebtes Bild der Konservativen. Da scheint der Clash of Cultures durch und es erinnert mich an das, was ich kurz nach der Wahl des Papstes von einem Besucher im Büro hörte - sinngemäß "mit dem erstarkten Christentum gegen den Islam."

Zwei Dinge stossen mir an dieser Sichtweise auf:

  • Israel als Kämpfer an vorderster Front
  • Die durchschimmernde Gier nach dem Kampf gegen den Islamismus - der "Endkampf", diesmal mit anderen Figuren.

Israel führt mitnichten für uns einen Kampf an vorderster Front. Das ist eine hirnrissige Verklärung der Tatsachen. Israel ist schon gar nicht in der geografischen Lage, für uns Europäer den Abwehrkampf gegen die anscheinend erwarteten "islamischen Horden" zu führen. Sollte dieser beschworene Kampf kommen, erwarte ich ihn am Bosporus oder an den Stränden Europas oder sogar in unseren Vorstädten. Israel kämpft in erster Linie für sich selbst, um sein Überleben, um seine Sicherheit.
Die radikal-islamische Ausrichtung ist aber zum Teil auch eine Folge des Nahost-Konflikts und der "Störung" der islamischen Länder. Die islamische Revolution des Iran richtete sich gegen das von den USA herbeigeputschte Regime und wurde gestärkt im Ersten Golfkrieg, in dem die westlichen den Irak unterstützten.
Der Islamismus der Taliban hat seine Ursprünge im Kampf gegen die Invasoren der Sowjetunion - und wurde unterstützt durch den Westen.
Im Irak gedeiht seit dem Einmarsch der USA der Terrorismus wunderprächtig.
Die fortwährende Besetzung der Westbank und der aktuelle Krieg gegen die Hizbollah treiben auch dort den radikalen Gruppen neue Anhänger in die Arme. Und sollte Israel tatsächlich wieder Teile des Libanon besetzen, ist die nächste Brutstätte des Terrors vorhersehbar.

Fakt ist natürlich auch, dass die arabischen Nationen 1948 Israel angegriffen haben und bis heute viele ihrer Führer "Israel" als erstes nennen, wenn es darum geht, von eigenen Problemen abzulenken. Doch die Region ist ebenso Spielball machtpolitischer Interessen des Westens und wurde in der Vergangenheit grob herumgeschubst. Und interessanterweise sind es gerade die konservativen Kräfte, die bekanntermaßen typische Vertreter einer solchen Machtpolitik sind, die jetzt die Barbaren vor den Toren unserer Wohlstandsfestung wähnen.

Konservativen Publizisten empfehle ich jedenfalls mal den Dienst in der Westbank oder im Irak, damit sie ihren Endkampffetisch mal gründlich ausleben können.

Dieser Text ist Teil der Serie Libanonkrieg

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