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Der neueste Nahost-Konflikt

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Ich frage mich, ob in der jüngsten Eskalation des Nahost-Konflikts eigentlich überhaupt jemand die Zügel in der Hand hat, ob überhaupt irgendjemand eine Form des Masterplans hat, sei es Israel, die Palästinenser oder die Hisbollah. Es scheint, als habe die Hisbollah nicht wirklich mit dieser schnellen Reaktion Israels gerechnet, Israel allerdings nicht damit, dass es sich bei der Hisbollah um etwas mehr als nur ein paar Kämpfer mit einer AK47 und selbstgebastelten Kassam-2-Raketen handelt.

Israel hat jedes Recht, seine Grenzen zu verteidigen. Entscheidend ist, dass Israel diesmal eine Internationale Grenze gleich der zwischen Deutschland und Frankreich verteidigt; kein besetztes Gebiet, keine Siedlungen. Sie kämpfen gegen einen anderen Staat, der es immerhin zulässt, dass Milizen von seinem Gebiet aus Israel ohne Provokation angreifen. Die Diskussion, ob sich Israel dagegen zur Wehr setzen "darf" oder nicht, ist hinfällig - würden französische Freischärler Karlsruhe beschiessen, ohne dass die französische Regierung effektive Maßnahmen dagegen ergreifen würde, würde sich Deutschland ebenso sehr zur Wehr setzen müssen.

Die Frage nach der Verhältnismässigkeit klammere ich mal aus - da gibt es zuwenige "harte" Maßstäbe. Grundsätzlich wäre ich da aber bereit, harte Maßnahmen zu akzeptieren, da ich auf dem generellen Standpunkt stehe, dass ein Aggressor mit allem zu rechnen hat - schliesslich hat er ursprünglich die Initiative gehabt und hätte seinen Angriff unterlassen können.

Das Problem für Israel ist aber, dass mal wieder der Gegner ungreifbar ist und in Einzelteile zerfällt. Wer gegen Israel kämpft, kämpft gegen einen Fels, Israel aber gegen einen Insektenschwarm. Die Terroristen müssen sich wenig Gedanken darum machen, wohin ihre Raketen fliegen, denn aus ihrer Sicht ist ganz Israel ein einziges Ziel. Israel hingegen schon. Einerseits gibt es eine Weltöffentlichkeit, andererseits möchte Israel klare militärische Ziele erreichen.

Aus meiner Sicht hat Israel militärisch gesehen unvernünftig reagiert. Der Konflikt ist viel zu schnell eskaliert, und jetzt steckt das Land inmitten eines Krieges, den es unter normalen Umständen nicht klar gewinnen kann. Ziehen sie sich zurück, wird die Hisbollah einen weiteren Sieg feiern, wie 2000. Wenn sie ihre gewünschte Pufferzone einrichten, haben sie die Ziellinie nur verschoben. Die Hisbollah können sie ebensowenig effektiv ausrotten wie sie die Hamas oder die Al-Aksa-Brigaden zerstören konnten; im Gegenteil, da sich ihre Angriffe gegen den Libanon als ganzes richten, wird die Hisbollah nur gestärkt. Das die Hisbollah ein anderer Gegner sind, haben sie mit ihren Raketenangriffen auf Haifa und vor allem das israelische Schiff gezeigt.

Die Libanesen haben, anders als die Palästinenser, einiges zu verlieren. Ihre Stabilität, aber auch ihren Wohlstand. Jetzt beklagen zwar die Händler, dass die Touristen abziehen, dies tritt aber in den Hintergrund, weil sich Israel als Aussenfeind positioniert hat. Dort hätte Israel effektiv einen Keil zwischen die libanesische Zivilgesellschaft und "die Spinner von der Hisbollah, die nur wieder für Ärger sorgen" treiben können.

Dieser Text ist Teil der Serie Libanonkrieg

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