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Zock & Nepp

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Eingeordnet in: Gesellschaft

Mittlerweile hinlänglich bekannt sein dürften Anruftricks dieser Masche: das Handy klingelt kurz und wer die Nummer zurückruft, ist um einige Cent oder Euro ärmer, da es sich dabei um eine Mehrwertrufnummer gehandelt hat.
Zwar höre ich die Darwinisten wieder "selbst schuld!" rufen, dies kann jedoch nicht die Antwort sein. Wenn der Markt ungeregelt ist, führt dies nur zu wachsender Paranoia auf Seiten der Teilnehmer und schliesslich dazu, dass sie sich womöglich ganz zurückziehen. So wie ich mich im wesentlichen vom Online-Shoppen zurückgezogen habe, da ich keine Lust habe, seitenlange Daten"schutz"-Erklärungen nach Fußangeln zu durchforsten, wenn ich anderswo 10 € bar hinlegen und unbehelligt mit der Ware verschwinden kann.

Derlei Umtriebe werden von verschiedenen Faktoren begünstigt / ermöglicht:

  • Intransparenz
    Die Telefonfirmen halten Rufnummern für Mehrwertdienste bereit, die sie in grossem Umfang an Subunternehmen vermieten, die sie dann wiederum ebenfalls weiter vermieten. Sollte man sich tatsächlich Mühe machen, der Kette zu folgen, wird man nicht unwahrscheinlich am Ende bei einer Briefkastenfirma im Ausland enden.
  • Behilfe der Netzbetreiber
    Die Netzbetreiber haben wenig Interesse, dem Spuk ein Ende zu bereiten. Einerseits verdienen sie kräftig an dem Geschäft mit, andererseits können sie mit Unschuldsmine alle Schuld von sich weisen.
    Die Netzbetreiber sind aber willige Vollstrecker, da sie die fälligen Beträge auf der Rechnung mit eintreiben oder ansonsten die Kontaktdaten des Kunden rausrücken, damit der Betreiber die "Schulden" selbst eintreiben kann. Was zum nächsten Punkt führt.
  • Inkasso-Büros
    Natürlich wird der "Anbieter" nicht selbst vor meiner Türe stehen (da so jemand unangenehme Bekanntschaft mit einem Schwert machen könnte), sondern ein Inkasso-Unternehmen mit der Aufgabe beauftragen, das Sümmchen einzutreiben. Er selbst tritt nie auf. Sollte man es auf ein Mahnverfahren ankommen lassen, wird man vermutlich noch mit einem negativen Schufa-Eintrag belohnt. Und wer wird es schon für 1,29 auf einen Rechtsstreit ankommen lassen?

Das Problem an der Geschichte ist generell die Intransparenz. Zu den Zeiten, als das BGB niedergelegt wurde (1900), wurden Geschäfte hauptsächlich von Angesicht zu Angesicht getätigt. Verträge können laut BGB in den meisten Fällen formlos sein und bedürfen nicht der Schriftform - schriftliche Verträge sind natürlich besser zu beweisen. Und auf der Grundlage eines Vertrages kann ich jemanden vor Gericht zerren.
Dies ist heutzutage natürlich aufgeweicht. Betrüger machen es sich zu Nutze, dass Verträge "einfach so" entstehen können, eben, wenn man eine Mehrwertnummer anruft. Dies ermöglicht praktische Dienste wie Internet-Call-by-Call, aber eben auch betrügerische "Angebote".

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