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Homeschooling

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Eingeordnet in: Gesellschaft, Politik

Wieder einmal sind religiöse Eltern vor Gericht gegen den Staat und seine Schulpflicht unterlegen.
Die Eltern wollten ihre Kinder lieber fernab satanischer Versuchungen wie der Evolutionstheorie oder der Sexualkunde Bibeltreu und nach Gottes Gebot erziehen (hoffentlich vergessen sie nicht, ihre ungezogenen Söhne vor die Stadt zu schleifen und dort zu steinigen).

Homeschooling nennt sich das und ist in den USA weit verbreitet, weil dort mehrere nette Faktoren zusammentreffen:

  • ein hundsmiserables Schulsystem, weil George W. Bush das Geld lieber für Panzer und Raketen ausgibt
  • eine liberalere Haltung des Staates (man könnte es auch apathisch nennen)
  • eine grössere Menge an religiösen Fundamentalisten
  • ein weit verbreitetes Mißtrauen des Bürgers gegenüber dem Staat und die Haltung, selbiger möchte sich doch aus dem eigenen Leben heraushalten.

Letzteren Punkt würde ich in einigen Dingen ebenso sehen.
Meine Herangehensweise ist jedoch zu unterscheiden zwischen dem, was allein in meine Interessensphäre fällt, und dem, was in die Interessensphäre der Gesellschaft fällt. Ersteres ist theoretisch nur meine Sache, und letzteres Sache der Gesellschaft. Damit weiche ich von der Freiheitsvorstellung der BRD leicht ab, was mich aber nicht kümmert, da die Ordnung der BRD für mich frei genug ist.

Ein Beispiel wäre der Anbau und der Konsum von Cannabis, den ich als nur meiner Interessensphäre zugehörig beschreiben würde, sofern ich das nur für mich tue. Da ich aber nach weder noch das Bedürfnis habe, gibt es dort keinen Konflikt.

Dass Kinder eine öffentliche Schule (oder eine Privatschule unter staatlicher Aufsicht) besuchen, fällt aus der unmittelbaren Interessensphäre der Eltern heraus. Zum einen ist eine Interessensphäre der Kinder anzunehmen, da ja auch sie Individuen sind. Zum zweiten werden die Kinder später so oder so Mitglieder der Gesellschaft werden.
Unsere Gesellschaft hat eine freiheitlich-weltliche Grundordnung. Religion ist in erster Linie Privatsache - die Zeiten gesellschaftlich vorgeschriebener Religionen sind glücklicherweise vorbei.
Wenn wir Kinder auf ein Leben in unserer Gesellschaft vorbereiten wollen, müssen wir sie mit der Tatsache konfrontieren, dass es verschiedene Ansichten, Meinungen und Religionen gibt ebenso wie damit, dass unser Fortschritt und unsere Lebensweise auf der wissenschaftlichen Erforschung der Welt und der Anwendung dieser Erkenntnisse beruhen.
Tut man dies nicht, etwa, in dem man Kinder isoliert und in einer religiösen Parallelgesellschaft erzieht, sind sie als Erwachsene vielleicht auf ein Leben in der Gesellschaft des alttestamentlichen Volkes Israel vorbereitet, nicht jedoch darauf, ihren Weg in unserer Gesellschaft zu finden und diese auch mitzugestalten.

Insofern sind Kinder keine Privatsache der Eltern, sondern unterliegen dem öffentlichen Interesse.

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