Die Flagge des Marasek

Dekostreifen

English

Aktuell Texte Der Comic Impressum Kalender Suche PHP-Klassen Container-Wizard main.s21

Kategorien

Buch
Computer
Computerspiele
Film
Geschichte
Gesellschaft
Idee
Kunst
Natur
Persönlich
Politik
Programmieren
Religion & Philosophie
Weblog
Weltpolitik
Weltsicht
{{login}}

Kreativität

Permalink
Vorheriger: Spam ohne EndeNächster: Stadtbiotop
Eingeordnet in: Weltsicht, Gesellschaft, Kunst

Heute habe ich auf Arte einen Bericht über "Kreativität" gesehen. Er war unterhaltsam und informativ, aber aus meiner Sicht einseitig, weil vor allem die kreativen Menschen, die sich gegenüber dem trägen Rest durchsetzen, gezeigt wurden.

Wir kennen alle die Geschichten. Wegener ist ob seiner Theorie von der Kontinentalverschiebung ausgelacht worden, die heute zum gängigen Wissen gehört. George Lucas hat die Rechte für das Star-Wars-Merchandising behalten können, weil Manager am Erfolg von Star Wars gezweifelt haben. Bill Gates ist mit MS-DOS nicht ernst genug genommen worden, also konnte auch er die Rechte behalten. Und so weiter.
Die für manche Menschen naheliegende Schlussfolgerung ist, dass es Genies gibt und Idioten, die sich ihnen in den Weg stellen. Das ist aber ein Problem der selektiven Wahrnehmung.
Nehmen wir an, ich gehe mit meinem SF-Universum von Verlag zu Verlag - schliesslich wird etwas gedruckt, Filme gedreht, Merchandising verkauft und ich und der Verlag werden reich, reich, reich. In meiner Villa sitzend kann ich dann bei einem Interview über die Idioten ablästern, die mich abgelehnt haben.
Oder ein Verlag druckt etwas, und es floppt ganz fürchterlich, vielleicht weil es zur Zeit niemanden interessiert oder ich schlichtweg schlecht bin. Niemand wird mich dann je interviewen, und niemand wird je die Story hören, dass die drei Verleger, die mich abgelehnt haben, im Grunde recht hatten.

Besonders im schriftstellerischen Bereich wird sehr viel Schrott produziert, aus meiner Sicht vor allem deshalb, weil die Hürde so niedrig ist - fast jeder kann schreiben, die Werkzeuge sind leicht verfügbar, im Gegensatz zu anderen Kunstformen (wer hat schon Werkzeug, Atelier und einen Marmorblock sowie die Fähigkeit, ihn überhaupt mal zu bearbeiten?).
Als Künstler auf Manager und Produzenten und ähnliches herabzusehen ist reichlich arrogant. Der Markt ist begrenzt und ein Buch zu drucken, einen Film zu drehen kostet Geld. Das hat ein Verlag nicht einfach nur herumliegen. Ein Manager muss daher entscheiden, welche Projekte Erfolgsaussichten haben und welche nicht. Er kann sich täuschen, aber so ist das Leben. Im Nachhinein jemanden zu prügeln, weil er die Wachowski-Brüder weggeschickt hat, ist einfach - man muss aber einfach davon ausgehen, dass auf ein Talent 99 Idioten kommen, die meinen, sie seien ein Genie.

Die wirklich wertvollen Ideen - wie z. B. die Kontinentalverschiebung - werden sich auch so durchsetzen. Das perpetuum mobile hingegen wurde uns genauso wie die Umwandlung von Blei zu Gold jahrtausendelang versprochen, ohne dass es je geschehen wäre.

Kommentieren

Bitte beachten: Kommentare sind nicht sofort sichtbar, sondern werden erst nach einer kurzen Prüfung freigegeben, sofern keine rechtliche Beanstandung vorliegt.
Rechtlich bedenkliche Inhalte werden entweder entschärft oder nicht veröffentlicht.

* Titel  
* Nickname  
* Kommentar