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Der Nachweis der Sexualität

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Eingeordnet in: Religion und Philosophie, Weblog

Die Frage, ob sich die Existenz der Sexualität wissenschaftlich beweisen liesse, ist auf den ersten Blick absurd. Die Existenz der Sexualität ist evident, d. h. sie ist so offensichtlich, dass es keines Beweises bedarf.

Nehmen wir aber an, dass die Sexualität aber so gut wie gar nicht existiert - nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung kennt und praktiziert sie. Die Babys bringt statt dessen in der Tat der Klapperstorch oder sie kommen sonst wo her.

Ich würde also einem sexlosen Freund erzählen, dass ich mich mit meiner Freundin getroffen und "Sex" praktiziert habe. Das fände er, mangels ähnlichem Empfinden, reichlich absurd. Warum? Wie soll das überhaupt funktionieren? Er würde einen Beweis sehen wollen. Aber, da würde ich mich wohl verdächtig machen, natürlich möchte ich mich nicht beobachten lassen. Und die Freundin schon gleich gar nicht. Das versteht der Freund, der keine Sexualität und keine Scham kennt, erst recht nicht - wenn er mit einer Freundin Monopoly spielt, kann ich ihn ja auch beobachten.
Wohlan, wir würden uns vielleicht dazu durchringen - ob der Situation würde aber vermutlich nichts funktionieren. Ein Beweis also dafür, dass ich mir gerne wilde Geschichten ausdenke.

Noch schwieriger wäre es, wenn in der kleinen Untergruppe alle Spielarten der Sexualität existieren würden - der Freund würde vielleicht einen anderen, homosexuellen Freund kennen, der zwar von ähnlichem berichtet, es aber weit von sich weist, etwas mit mir gemein zu haben. Mit einer Frau, wie kann man nur, das ist ja pervers.
Wieder andere würden sich fragen, wie denn da überhaupt was funktionieren kann, so ganz ohne Lederoutfit und Peitsche. Der Freund wäre also recht verwirrt - es soll da etwas geben, was ihm aber niemand beweisen kann und zu dem es lauter widersprüchliche Angaben gibt. Das für uns evidente Phänomen Sexualität wäre in viele Fragmente zerfallen.

Um den Nachweis zu führen, müsste der Freund zunächst beginnen, Hypothesen aufzustellen. Alleine "Wenn ein sexuell veranlagter Mann eine Frau sieht, wird er erregt" ist zu einfach. "Wenn ein sexuell veranlagter Mann ein aus seiner Sicht begehrenswertes Objekt (Frau, Mann, Schaf) sieht, und er in der richtigen Stimmung (entspannt, nicht abgelenkt usw usf), und das Objekt seinen Vorstellungen entspricht, und, falls nötig, der richtige Fetish (die Liste ist endlos) vorhanden ist, und beide zueinander passen (??? woran macht man das fest), wird er erregt" kommt der Realität schon näher. Daraufhin soll das ganze in aufwändigen Laborversuchen nachgewiesen werden. Das dürfte recht schwierig werden.

An diese Problematik denke ich, wenn esoterische "Geistheiler" auf der einen Seite stehen und Naturwissenschaftler auf der anderen. Existieren als übernatürlich bezeichnete Phänomene (z. B. Telepathie) oder existieren sie nicht?
Wenn sie existieren, so sind sie ein Stück weit von Menschen abhängig. Dadurch kommt eine sehr grosse Unbekannte in die Gleichung, denn so wie meine sexuelle Erregbarkeit nicht auf Knopfdruck und bei ausnahmslos jedem potentiellen Objekt der Begierde funktioniert, kann ich nicht davon ausgehen, dass existierende übernatürliche Fähigkeiten zu jeder Tages- und Nachtzeit vorhanden sind. Vielleicht benötigt man zur Telepathie zwei geeignete Personen, eine geeignete Stimmung und ein geeignetes Umfeld?

Weiter verkompliziert wird die Situation dadurch, dass sich die Anwender uneins sind. Für den einen ist es das, für den anderen das, der dritte meint, dass man überhaupt nicht fragen dürfe. Eine Freundin meinte mal, dass sie meine Aura spüren könnte - meine erste Reaktion war, mich zu entfernen und dann auf sie zuzukommen, um die Ausdehnung zu bestimmen. Sie fand das irgendwie nicht lustig.

An ihrem Beispiel offenbart sich noch das nächste Problem. Auf Grund weiterer, besser dem Vergessen anheim zu fallender Vorkommnisse, muss ich davon ausgehen, dass sie sich im besten Falle getäuscht, im schlimmsten mich gezielt angelogen hat. In der Esoterik-Branche geht es leider sehr oft darum, allzu gutgläubigen Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Das Problem des Nachweises ist nicht einfach zu lösen. Die "Kräfteinhaber" und die Skeptiker müssen letztlich aufeinander zu gehen - die Skeptiker müssen vielleicht ein bisschen offener sein für die Möglichkeit, dass etwas existiert, die Inhaber aber selbst skeptischer mit den Phänomenen umgehen.

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